Über das Ende der alten ana­lo­gen Schu­le und die Not­wen­dig­keit einer neu­en digi­ta­len Bil­dung

Über das Ende der alten ana­lo­gen Schu­le und die Not­wen­dig­keit einer neu­en digi­ta­len Bil­dung

Die unauf­halt­sa­me Kraft digi­ta­ler Ver­än­de­rung wird alle Lebens­be­rei­che ver­än­dern. Sie wird dabei nicht bei den ding­li­chen und gedank­li­chen Rela­tio­nen, Sys­te­men und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men halt machen, sie wird auch unse­re Wahr­neh­mung von Rea­li­tät ver­än­dern. Zuneh­mend wird die Wahr­neh­mung der Welt eine Fra­ge von per­sön­li­chen Ein­stel­lun­gen wer­den, men­ta­len aber vor allem auch tech­ni­schen Set­tings.

Human enhan­ce­ment, Gra­fik: Gün­ther Herr­ler

Digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en erlau­ben bereits heu­te die Umset­zung radi­ka­ler Ide­en, die zwar bis dato denk­bar, aber eben nicht umsetz­bar waren. Man den­ke dabei z.B. an digi­tal erfol­gen­de Simul­tan­über­set­zun­gen von Spra­che.

Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne sind heu­te schon dazu in der Lage, mensch­li­ches Zusam­men­le­ben neu zu defi­nie­ren und dadurch tief­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen in bis dahin kaum hin­ter­frag­ten Gege­ben­hei­ten zu kata­ly­sie­ren. Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem erlau­ben orts- und teil­wei­se auch zeit­un­ab­hän­gi­ges und frei zu gestal­ten­des Arbei­ten. Selbst­ge­steu­er­te Arbeits­ryth­men und die Aus­wahl der Arbeits­um­ge­bung sind durch cloud­ba­sier­te Diens­te bereits heu­te Rea­li­tät und ent­wi­ckeln sich zu einem selbst­ver­ständ­li­chen Stan­dard. Für die­se Art von Arbeits­welt wer­den ande­re Kom­pe­ten­zen benö­tigt als für die Arbeits­ver­hält­nis­se einer immer deut­li­cher ver­blas­sen­den ‘alten’ Welt.

Ein aus­ge­wähl­tes Bei­spiel für Ver­än­de­run­gen soll im Fol­gen­den kon­se­quent in die Zukunft gedacht wer­den: die Ent­wick­lung von Zugangs­tech­no­lo­gi­en, also Tech­no­lo­gi­en, die uns das Nut­zen digi­ta­ler Inhal­te und Tech­no­lo­gi­en ermög­li­chen. In einem letz­ten Schritt wird die Fra­ge nach den dar­aus fol­gen­den Kon­se­quen­zen für schu­li­sche Bil­dung gestellt.

Vom Smart­pho­ne Nut­zer zum Enhan­ced Human

Dass wir der­zeit das Smart­pho­ne als selbst­ver­ständ­li­ches und unver­zicht­ba­res Ele­ment unse­res Lebens betrach­ten, ist wohl nur ein ers­ter und und unvoll­stän­di­ger Schritt auf dem Weg in eine ver­än­der­te Rea­li­täts­wahr­neh­mung.

Die Erfah­rung zeigt, dass Men­schen sehr schnell und umfas­send Tech­no­lo­gi­en adap­tie­ren die prak­tisch, unter­halt­sam und erschwing­lich sind. Eine nahe­zu voll­stän­di­ge Aus­stat­tung der Bevöl­ke­rung Smart­pho­nes, zumin­dest in den Indus­trie­län­dern, ging inner­halb weni­ger Jah­re von­stat­ten. Und das, obwohl die­se Tech­nik hin­sicht­lich Bild­schirm­grö­ße, Akku­lauf­zeit und Bedien­bar­keit immer noch deut­li­che Defi­zi­te auf­weist, Defi­zi­te die wohl in der nächs­ten Genera­ti­on digi­ta­ler Zugangs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie kei­ne Rol­le mehr spie­len wer­den.

Die Daten­bril­le hat mit dem Goog­le-Glass-(PR-)Miss­erfolg wohl nur einen kur­zen Dämp­fer erhal­ten und wird wie­der­kom­men. Der­zeit arbei­ten meh­re­re Her­stel­ler an neu­en Daten­bril­len, die vor­he­ri­ge Model­le hin­sicht­lich tech­ni­scher Potenz, Ästhe­tik und Mas­sen­taug­lich­keit vor­aus­sicht­lich deut­lich über­tref­fen wer­de. Das Ergeb­nis ist ein Zugangs­ge­rät, das die Beschrän­kun­gen mensch­li­cher Wahr­neh­mung an vie­len Stel­len auf­hebt, die­se Wahr­neh­mung grund­le­gend ver­än­dert und neu defi­niert. Was bedeu­tet es für mensch­li­ches Ver­hal­ten und Wahr­neh­mung, wenn jeder­zeit alle opti­schen Ein­drü­cke (und in einem wei­te­ren Schritt akus­ti­schen Signa­le) ver­än­dert wer­den bzw. wei­te­re und ande­re Infor­ma­tio­nen ein- bzw. aus­ge­blen­det wer­den kön­nen? Wir befän­den uns dann auf dem Weg hin zu einem radi­ka­len, weil aktiv und bewusst kon­trol­lier­ba­ren Kon­struk­ti­vis­mus. Jedes Indi­vi­du­um wird zu einem ‘User’, der sei­ne Wahr­neh­mung nicht mehr nur durch Fan­ta­sie und selek­ti­ve Wahr­neh­mung, son­dern durch akti­ve Beein­flus­sung tech­ni­scher Ein­stel­lungs­reg­ler zur Steue­rung der Wahr­neh­mung kon­trol­liert: ‘Hier ein biss­chen mehr Son­ne, dort eine Per­son grund­sätz­lich aus­blen­den und stumm­schal­ten.’
Die dadurch zudem ent­ste­hen­de grund­sätz­li­che und stän­di­ge Zugäng­lich­keit von Infor­ma­tio­nen ist in die­sem Sze­na­rio ein eher kon­ven­tio­nel­ler Gedan­ke.

Aug­men­ted bzw. Vir­tu­al Rea­li­ty Wel­ten wer­den zugäng­lich sein, ohne die beschwer­li­chen Impli­ka­tio­nen der orts­ge­bun­de­nen, ana­lo­gen Rea­li­tät: Flü­ge die zu Jet­lags füh­ren, Unter­künf­te, die gebucht wer­den müs­sen, all­ge­mei­ne Kos­ten, die durch Rei­sen ent­ste­hen und vie­les mehr ent­fal­len, wenn die Welt zum Men­schen reist und nicht umge­kehrt.

Und nicht nur Rei­sen ist mög­lich, auch die Gestal­tung eines neu­en und viel inter­es­san­te­ren Ichs in vir­tu­el­len Umge­bun­gen, die ganz neue Her­aus­for­de­rungs­ebe­nen und Betä­ti­gungs­chan­cen bie­ten, wird mög­lich und wohl auch sehr schnell erstre­bens­wert. Eine durch­aus ver­lo­cken­de Mög­lich­keit, nicht nur für die, die auf Grund von KI und Robo­tern ihre Arbeits­plät­ze ver­lie­ren wer­den.

Von hier aus fällt der nächs­te gedank­li­che Schritt nicht mehr son­der­lich schwer. War­um sol­len sich Men­schen Bril­len auf­set­zen und Audio­pods (die unter ande­rem dazu in der Lage sind, Gesprä­che in allen Spra­chen simul­tan zu über­set­zen) auf­set­zen bzw. in die Ohren ste­cken?

Unsicht­ba­re Reti­na- und Gehör­gangs­im­plan­ta­te sind die kon­se­quen­te Wei­ter­ent­wick­lung der skiz­zier­ten Tech­nik. Der Weg zu einer all­ge­mei­nen Akzep­tanz von Implan­ta­ten bzw. Ersatz­tei­len dürf­te wohl nach den oben beschrie­be­nen Schrit­ten geeb­net sein. Der vom Druck der geis­ti­gen und kör­per­li­chen Selb­st­op­ti­mie­rung ent­ste­hen­de “Enhan­ced Human” (vgl. z.B. Pete Moo­re, Enhan­cing Me: The Hope and the Hype of Human Enhan­ce­ment) also der Mensch mit tech­ni­schen Erwei­te­run­gen wird Rea­li­tät wer­den. Die­se Art von Mensch wird dazu in der Lage sein, sei­ne Fähig­kei­ten kogni­tiv wie phy­sisch deut­lich aus­zu­wei­ten und damit die Beschrän­kun­gen von Kör­per und Geist zu umge­hen, wobei die­se Opti­mie­run­gen zunächst nichts mit klas­si­schen Lern­pro­zes­sen zu tun habe.

Ein Klas­sen­zim­mer vol­ler Enhan­ced Lear­ner?

Die ethi­schen Impli­ka­tio­nen der­ar­ti­ger Ent­wick­lun­gen sind augen­schein­lich. Was aber bedeu­ten sie für ande­re Berei­che des Lebens, wie etwa der schu­li­schen Bil­dung?

Stand heu­te berei­ten wir Kin­der und Jugend­li­che immer noch auf ein Leben in einer vom Den­ken der Indus­trie­zeit gepräg­ten Arbeits­welt vor, die, wenn man auf die Abläu­fe in moder­nen Fabrik­hal­len sieht, schon heu­te meist nur noch fik­tiv ist: Stan­dar­di­sier­tes Fak­ten­wis­sen das in vor­de­fi­nier­ten Zeit­fens­tern aus­wen­dig gelernt wird, um vor­be­stimm­te Selek­ti­ons­kri­te­ri­en zu erfül­len.

Da unver­bun­de­ne Fak­ten aber auch gewis­se Kul­tur­tech­ni­ken und Inhal­te des heu­ti­gen Bil­dungs­ka­nons, z.B. das Erler­nen von Fremd­spra­chen, ihren Wert als Gesell­schafts-Wäh­rung auf Grund von tech­ni­scher Sub­sti­tu­ier­bar­keit immer mehr ver­lie­ren wer­den, muss Schu­le sich radi­ka­ler und fun­da­men­ta­ler ver­än­dern, als das jemals seit Ein­füh­rung der Schul­pflicht der Fall war.

Dabei ist die Geschwin­dig­keit der Ver­än­de­rung von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Digi­ta­le Dis­rup­ti­on fin­det expo­nen­ti­ell und nicht mehr line­ar, sie fin­det glo­bal und nicht mehr lokal statt. Ein abwar­ten­des Zögern in die­sem Zusam­men­hang wird dazu füh­ren, dass ein nahe­zu unein­hol­ba­rer Rück­stand ent­steht bzw. es zu einer Auf­tei­lung des Bil­dungs­we­sens in einen fort­schritt­li­chen und ein abge­häng­ten Teil kommt.

Da Algo­rith­men, KI und Robo­ter mensch­li­che Arbeit zunächst an allen Stel­len erset­zen wer­den, die in Ablauf­plä­nen mani­fes­tier­bar sind, wird es in kur­zer Zeit nur noch Stel­len geben, die krea­ti­ve, kom­mu­ni­ka­ti­ve, kri­ti­sche und sozia­le Inter­ak­ti­on erfor­dern — alles Kom­pe­ten­zen, die wir der­zeit an unse­ren Schu­len zu wenig för­dern. Sie müs­sen in den Mit­tel­punkt aller päd­ago­gi­schen und didak­ti­schen Über­le­gun­gen gestellt wer­den. Statt­des­sen wird sehr oft noch Fak­ten­ak­ku­mu­la­ti­on in fest defi­nier­ten Prü­fungs­for­men und -zie­len ohne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten und mit einem Stift auf Papier abver­langt. In Zei­ten der digi­ta­len Revo­lu­ti­on ein Vor­gang, der hohes Frus­tra­ti­ons­po­ten­ti­al für alle Betei­lig­ten inne­hält.

Und jetzt?

Schu­le muss sich zunächst gedank­lich ver­än­dern: Weg vom Selbst­ver­ständ­nis als hier­ar­chisch orga­ni­sier­te und kom­mu­ni­zie­ren­de Behör­de mit einem fest­ge­füg­ten Fächer­ka­non, der sich im Wesent­li­chen auf das Wis­sen der Ver­gan­gen­heit bezieht und die­ses über wei­te Stre­cken auch nicht ver­le­ben­di­gen kann.

Schu­le muss sich zudem räum­lich ver­än­dern: weg von den Ein­heits­grö­ßen und Orten.

Schu­le muss sich tech­nisch ver­än­dern: weg von zen­tra­li­sier­ten Ver­kün­dungs­me­di­en.

Schu­le muss sich per­so­nell ver­än­dern: weg vom Fak­ten­pau­ker hin zum Wis­sens­mo­de­ra­tor.

Und Schu­le muss sich medi­al ver­än­dern: Weg vom geschrie­be­nen Text als allein­se­lig­ma­chen­des Ele­ment.

Wenn man die Ver­bin­dungs­ge­schwin­dig­kei­ten von Schu­le kennt, kann man die­se For­de­run­gen als völ­lig unrea­lis­tisch abtun; viel­leicht ist aber jetzt gera­de der Zeit­punkt der ein solch mas­si­ves und grund­sätz­li­ches Ver­än­de­rungs­pa­ket mög­lich macht. Der von der digi­ta­len Revo­lu­ti­on aus­ge­hen­de Ver­än­de­rungs­druck steigt, und schon bald wird Tech­nik und die damit ver­bun­de­nen Erwei­te­run­gen von Wahr­neh­mung und Fähig­kei­ten ein selbst­ver­ständ­li­cher und inte­gra­ler Teil unse­rer Selbst wer­den. Spä­tes­tens dann wird dem Letz­ten klar wer­den, dass unser der­zei­ti­ges Bil­dungs­sys­tem ein Ana­chro­nis­mus in Krei­destaub ist.

The poten­ti­als of digi­tal edu­ca­ti­on in India

The poten­ti­als of digi­tal edu­ca­ti­on in India

Once a year the Jump Start Fes­ti­val takes place in New Delhi and Ben­gal­uru. This year’s fes­ti­val took a spe­cial turn – from a forum for crea­tors of child­rens’ con­tent it deve­lo­ped to a plat­form for (digi­tal) edu­ca­tio­nal ques­ti­ons. I was invi­ted as a ‘digi­tal inno­va­tor’ to pre­sent an ‘edtalk – inno­va­ti­on in edu­ca­ti­on’ and to teach the mas­ter­class ‘Digi­tal Lear­ning Design’.

As I had never been to India befo­re, my know­ledge of the coun­try deri­ved from books and docu­men­ta­ries. Here are my first impres­si­ons of the coun­try, its peop­le and the edu­ca­tio­nal poten­ti­al. And yes, of cour­se, my view is limi­ted, the peop­le I met are the edu­ca­tio­nal éli­te and so on…

  • The con­cepts of skills based lear­ning and con­struc­tivism are well known and I dis­co­ve­r­ed inte­res­ting con­cepts of how the­se ide­as find their way into Indian schools – from dra­ma clas­ses to sin­ging expe­ri­en­ces.
  • The peop­le I met had a won­der­ful sen­se of humor and a capa­bi­li­ty of self-cri­ti­cism. Both are necessa­ry to make major chan­ges in edu­ca­ti­on.
  • Tog­e­ther we crea­ted chap­ters for a mul­ti­me­dia school­book (mBook) on Indian histo­ry. A task that requi­res know­ledge about theo­ry, con­tent, tech­no­lo­gy and design. Both mas­ter­clas­ses in Ben­gal­uru and Delhi were excep­tio­nal­ly moti­va­ted to deve­lop their task in the mas­ter­class in order to tell Indian histo­ry in a dif­fe­rent way. The results were extra­or­di­na­ry.
  • The peop­le have a necessa­ry and well deve­lo­ped skill of impro­vi­sa­ti­on: “No inter­net?” – “No pro­blem, we will find some work­around.”
  • This con­stant need for impro­vi­sa­ti­on is also a big impe­di­ment for fur­ther deve­lop­ment.
  • The com­bi­na­ti­on of a high moti­va­ti­on in edu­ca­ti­on, an excep­tio­nal opti­mism in the tech­ni­cal future and the will to impro­ve edu­ca­ti­on make India a very inte­res­ting digi­tal mar­ket for edu­ca­ti­on in the future.
  • If India will be able to get rid of the obsta­cles that still hold it back, the coun­try will wit­ness an excep­tio­nal edu­ca­tio­nal boost. And this edu­ca­tio­nal revo­lu­ti­on will be a digi­tal one.

To ela­bo­ra­te some of my views on the topic, I have added an inter­view with the Maga­zi­ne ‘Care­er 360’:

360: In what way is digi­tal lear­ning impac­ting the lear­ning land­s­cape?
Sochat­zy: Digi­tal lear­ning has a lot of poten­ti­al if you know how to use it and add value to it. Digi­tal solu­ti­ons per se have nor­mal­ly no advan­ta­ges. It can chan­ge the lear­ning land­s­cape into the direc­tion of col­la­bo­ra­ti­on, com­mu­ni­ca­ti­on and cri­ti­cal thin­king.

360: In the con­text of e-lear­ning, how will the inten­ti­on of the nar­ra­ti­on form a design stra­te­gy to bring in inno­va­ti­on?
Sochat­zy: Theo­ry and inten­ti­on form con­tent and con­tent forms tech­no­lo­gy and design. First you have to know why you want to tell a sto­ry, then deci­de what the sto­ry is about and only then you deci­de what media or what form of (digi­tal) publi­shing you will use. This order ensu­res the qua­li­ty and the­re­fo­re rele­van­ce of the con­tent. Digi­tal publi­shing solu­ti­ons and media should only be used if you can crea­te real added value for the users, in our case tea­chers and pupils.

360: What are the requi­re­ments of digi­tal lear­ning?
Sochat­zy: If I dream about an ide­al digi­tal lear­ning-envi­ron­ment it con­sists of the fol­lo­wing ingre­dients.

  1. well trai­ned and skil­led tea­chers who love to teach their sub­jec­ts and know how to use tech­no­lo­gy
  2. a school sys­tem that fos­ters crea­ti­ve and col­la­bo­ra­ti­ve lear­ning envi­ron­ments
  3. stu­dents with digi­tal skills and the metho­di­cal know­ledge who are able to crea­te and com­mu­ni­ca­te
  4. par­ents who are not afraid of the digi­tal future
  5. easy access to devices and inter­net

Only few schools have all the­se ingre­dients at the moment, but the num­bers are increa­sing.
Don’t let you stop by a imper­fect lear­ning sur­roun­ding. The more peop­le use the poten­ti­als of digi­tal lear­ning, the fas­ter we will be able to impro­ve edu­ca­ti­on.

360: You said, “Sel­dom­ly revo­lu­ti­ons begin at the top” in the con­text of brin­ging in digi­tal con­cepts in edu­ca­ti­on. Can you ela­bo­ra­te with examp­les from Ger­ma­ny?
Sochat­zy: Minis­tries and edu­ca­tio­nal aut­ho­ri­ties in Ger­ma­ny are very slow in sup­por­ting digi­tal lear­ning in schools. Many tea­chers and pupils are unhap­py about this situa­ti­on and begin chan­ging school on their own. This will hope­ful­ly beco­me a strong move­ment. Do not wait until the government sol­ves the pro­blem, start your own digi­tal edu­ca­ti­on revo­lu­ti­on from the bot­tom.

360: Is India pre­pa­red for a para­digm shift in lear­ning with the help of digi­tal lear­ning? What all needs to be put in place befo­re we can think of posi­ti­ve impact of digi­tal lear­ning in India?
Sochat­zy: A digi­tal and skills based lear­ning shift is a labor-inten­se task. But, are the­re rea­listic alter­na­ti­ves? I do not think so. Con­di­ti­ons for a digi­tal shift in edu­ca­ti­on are not ide­al in many pla­ces. But this can not be the argu­ment for not begin­ning a para­digm shift.
Just think about what chan­ged wit­hin the last 20 years. For the chan­ge in the next 20 years you have to be well pre­pa­red, other­wi­se the future will take place some­whe­re else. The basis for this chan­ge are well trai­ned tea­chers and a tech­ni­cal infra­st­ruc­tu­re. India has gre­at poten­ti­al to beco­me one of the important play­ers of the digi­tal future — if it does not miss to chan­ge edu­ca­ti­on as soon as pos­si­ble.

360: Any other idea you would like to ela­bo­ra­te on rela­ted to digi­tal lear­ning?
Sochat­zy: The digi­tal revo­lu­ti­on can not be tur­ned back. This is a fact we have to accept in edu­ca­ti­on. In the future, fac­ts based lear­ning will not help you, as fac­ts are instant­ly avail­ab­le ever­y­whe­re. What you will need are skills — skills to crea­te, to inno­va­te, to com­mu­ni­ca­te. Let us com­pre­hend the digi­tal revo­lu­ti­on as an oppor­tu­ni­ty to impro­ve edu­ca­ti­on and the­re­fo­re our lives.

Publi­zie­ren wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten — von den Gren­zen des Ana­lo­gen und den Poten­tia­len des Digi­ta­len.

Gera­de habe ich mei­ne Dok­tor­ar­beit mit dem Titel “Das mul­ti­me­dia­le Schul­buch (mBook) — von der Theo­rie in die Pra­xis:
Kon­zep­ti­on, Pro­duk­ti­on und empi­ri­sche Über­prü­fung eines mul­ti­me­dia­len Geschichts­schul­buchs” abge­schlos­sen.
Und jetzt ste­he ich, welch imper­ti­nen­te ‘Über­ra­schung’, vor dem glei­chen Pro­blem wie Genera­tio­nen von Dok­to­ran­den vor mir: ohne Publi­ka­ti­on kein schi­cker Titel.
Um die­se, den Dok­to­ran­den schwer belas­ten­de Tat­sa­che her­um hat sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten eine Ver­lags­in­dus­trie gebil­det, die mit die­ser letz­ten Hür­de vor der wis­sen­schaft­li­chen Wei­he Geld ver­dient. Die Ange­bo­te rei­chen von renom­miert (De Gru­y­ter etc.) bis belä­chelt (Shaker Ver­lag etc.). Der Ver­lag über­nimmt dabei Druck und Ver­trieb der Bücher. Soviel zu den Vor­tei­len.
Die Lis­te der Ein­schrän­kun­gen und Nach­tei­le die­ses Sys­tems liest sich (in der Regel) deut­lich län­ger.
Der Ver­lag
 — küm­mert sich nicht um den Satz,
 — führt kein Lek­to­rat durch,
 — begut­ach­tet den Inhalt nicht,
 — druckt nor­ma­ler­wei­se nur sehr klei­ne Auf­la­gen (um die 150 Stück),
 — ver­langt einen hohen Druck­kos­ten­zu­schuss (etwa 1.000 – 4.000€),
 — sichert sich exklu­si­ve Rech­te am Werk,
 — führt kaum oder kei­ne Wer­be­maß­nah­men durch.
Also zusam­men­fas­send: Als Autor schreibt, setzt und redi­giert man, bezahlt dann einen vier­stel­li­gen Betrag, um dar­auf­hin so gut wie kei­ne Reich­wei­te oder Sicht­bar­keit zu bekom­men und muss im Anschluss (meist erfolg­los) bet­teln, wenn man einen Aus­zug sei­nes eige­nen Werks an einer ande­ren Stel­le ver­öf­fent­li­chen möch­te.
Da drängt sich die Fra­ge auf, war­um die­ses Sys­tem immer noch funk­tio­niert, und war­um nicht fast alle Dok­to­ran­den ihr Werk kos­ten­los (sogar mit einer Opti­on auf Gewinn statt garan­tier­tem Ver­lust), ein­fach, schnell und mit poten­ti­ell sehr hoher Reich­wei­te online publi­zie­ren.
Mei­ne Ant­wort dar­auf: ana­chro­nis­ti­sche Sen­ti­men­ta­li­tä­ten mit einer ordent­li­chen Pri­se Stan­des­dün­kel. Frei nach dem Mot­to: “Ich möch­te mein Werk aber im (meist sehr lieb­los gestal­te­ten) Umschlag eines renom­mier­ten Ver­lags sehen. Das hebt mein Pres­ti­ge als Wis­sen­schaft­ler”.
Die­se Ant­wort (und welch ande­re Ant­wort könn­te es mit Blick auf die Nach­tei­le sonst noch geben?) spie­gelt sehr deut­lich die Rück­stän­dig­keit unse­rer Bil­dungs- und Wis­sen­schafts­land­schaft wie­der. Nicht Inhal­te, son­dern die Tra­di­ti­on von Anstal­ten und die Abzei­chen von Eli­ten zeu­gen von ‘Qua­li­tät’.
Die oben beschrie­be­ne ‘Ver­öf­fent­li­chungs­stra­te­gie’ fin­det man auch bei der Publi­ka­ti­on von For­schungs­er­geb­nis­sen, zum Bei­spiel in DFG-Pro­jek­ten etc. Die Ergeb­nis­se sol­len nach Vor­ga­ben der Dritt­mit­tel­ge­ber oft­mals ohne Log­in und Kos­ten (Open Access) der All­ge­mein­heit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Nichts leich­ter als das, wür­de man den­ken. Man lade die PDF oder das ePub ein­fach auf die Pro­jekt­sei­te und schon ist die Open-Access-Publi­ka­ti­on getä­tigt.
Alter­na­tiv könn­te man sich auch an einen Ver­lag wen­den, der dann in etwa fol­gen­de Argu­men­ta­ti­on vor­legt:
“Wenn das Werk Open Access ange­bo­ten wer­den soll, dann ver­kau­fen wir natür­lich kaum mehr oder sogar kei­ne gedruck­ten Bücher mehr. Das bedeu­tet, dass der ‘Druck­kos­ten­zu­schuss’ noch ein­mal deut­lich höher aus­fal­len muss. Wir bie­ten dafür eine PDF auf der Sei­te unse­res Ver­la­ges, die lei­der einen deut­lich 4-stel­li­gen Betrag als ‘Druck­kos­ten­zu­schuss’ erfor­der­lich macht. Satz und Redak­ti­on sind selbst­ver­ständ­lich vom Auf­trag­ge­ber zu über­neh­men.”
Es bleibt zu hof­fen, dass die­se Logi­ken bald von allen Betei­lig­ten als das erkannt wer­den, was sie sind: teue­re und ana­chro­nis­ti­sche Denk­wei­sen aus einem ver­gan­ge­nem Jahr­tau­send.
Die durch ein Umden­ken frei wer­den­den Res­sour­cen könn­ten in einem wei­te­ren Schritt mög­li­cher­wei­se sogar sinn­voll für zum Bei­spiel wis­sen­schaft­li­che Nach­wuchs­för­de­rung genutzt wer­den.

Der Deut­sche eBook-Award 2015: Befrei­ung des digi­ta­len Buchs von den Fes­seln mate­ri­el­ler Pro­dukt­ka­te­go­ri­en

Der Deut­sche eBook-Award 2015: Befrei­ung des digi­ta­len Buchs von den Fes­seln mate­ri­el­ler Pro­dukt­ka­te­go­ri­en

Der Deut­sche eBook-Award hat in die­sem Jahr klar­ge­stellt, dass Qua­li­tät nicht von tech­ni­schen For­ma­ten abhän­gig ist, son­dern auf Grund krea­ti­ver Ide­en zu beur­tei­len ist. Letz­tes Jahr muss­ten Bewer­ber ihre Bücher in den tech­ni­schen Pro­dukt­ka­te­go­ri­en ‘enhan­ced eBooks’ und ‘eBook-Apps’ ein­rei­chen. In die­sem Jahr wur­den die Kate­go­ri­en voll­stän­dig ver­än­dert, so dass For­ma­te und Dis­tri­bu­ti­ons­we­ge kei­ne Rol­le mehr spie­len. Die neu­en Kate­go­ri­en lau­ten ‘Fic­tion’, ‘Non­fic­tion’, ‘Kin­der und Jugend’.

Wir begrü­ßen die­se Ent­wick­lung aus­drück­lich, da sie ein wich­ti­ger Schritt ist, das elek­tro­ni­sche Buch aus den wenig pro­duk­ti­ven For­mat- und Dis­tri­bu­ti­ons­dis­kus­sio­nen zu befrei­en und ihm damit einen frei­en, krea­ti­ven und inno­va­ti­ven Weg in die Zukunft zu ermög­li­chen.
An vie­len Stel­len und The­men ist es sinn­voll und not­wen­dig, das ana­lo­ge Buch aus sei­ner rei­nen Text­ba­sie­rung und Linea­ri­tät, sei­ner Sei­ten­be­schrän­kung, mate­ri­el­len Unver­än­der­lich­keit und stoff­li­chen Bin­dung zu befrei­en. Dazu soll­ten die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­tät und Mul­ti­me­dia­li­tät kon­se­quent genutzt wer­den. Ziel muss es dabei sein, hoch­wer­ti­ge­re, span­nen­de­re, freie­re und indi­vdua­li­sier­ba­re­re Pro­duk­te zu erschaf­fen als es ana­lo­ge Bücher je sein konn­ten.

Das Buch im Brow­ser — auch für Tablets eine hoch­wer­ti­ge Lösung

Der Brow­ser, der Ort der “art­ge­rech­ten Con­tent­hal­tung”, ist für vie­le Ein­satz­or­te und The­men der idea­le Ort, um eine unver­re­gel­te und krea­ti­ve Neu­kon­zep­ti­on und -gestal­tung mul­ti­me­dia­ler Bücher zu ermög­li­chen. Brow­ser ermög­li­chen einen uni­ver­sel­len Zugang zum Pro­dukt, nut­zen das vol­le Poten­ti­al von html5CSS und Java Script und ermög­li­chen dadurch ein frei­es Aus­pro­bie­ren, Ver­än­dern und Aktua­li­sie­ren von Inhal­ten.

Für das Ein­satz­feld Schu­le ist ist die Ent­schei­dung für Bücher im Brow­ser nahe­zu alter­na­tiv­los. Die Dis­pa­ri­tät schu­li­scher IT-Aus­stat­tung macht den Brow­ser zum kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner, denn nur ein sehr klei­ner Pro­zent­satz der Schu­len ver­fügt über Tablets und kann somit Apps über­haupt nut­zen. Im Brow­ser hin­ge­gen kön­nen alle didak­tisch, metho­disch und inhalt­lich sinn­vol­len Ide­en für alle schu­li­schen Nut­zer auf­be­rei­tet und damit ein signi­fi­kan­ter Mehr­wert geschaf­fen wer­den.

Unter ande­rem aus die­sem Grund ist die Ent­schei­dung der Jury des Deut­schen eBook-Awards sinn­voll, weit­sich­tig und zukunfts­wei­send.

Digi­ta­les Ler­nen — Mit Schu­len statt über Schu­len spre­chen

Digi­ta­les Ler­nen — Mit Schu­len statt über Schu­len spre­chen

Vie­le Men­schen haben Angst davor, dass die digi­ta­le Rea­li­tät des 21. Jahr­hun­derts auch im bis dato ver­meint­lich geschütz­ten Klas­sen­zim­mer ankom­men könn­te. Sie hal­ten digi­ta­le Gerä­te für Vor­bo­ten see­len­lo­ser Roboter­leh­rer (J. Gross­rath). Ande­re ver­tre­ten vehe­ment die Auf­fas­sung “Bild­schirm­me­di­en machen dick und unauf­merk­sam, sen­ken die Leis­tung in der Schu­le und füh­ren zu mehr Gewalt in der rea­len Welt (M. Spit­zer). Oder man befürch­tet, dass die Umset­zung digi­ta­len Ler­nens im Unter­richt aus tech­ni­schen Grün­den nicht rea­li­sier­bar sei.

Um die­sen Vor­ur­tei­len und Ängs­ten nach­zu­ge­hen sind wir dort­hin gegan­gen, wo die­se Fra­gen täg­lich viru­lent sind: in eine Schu­le.
Die Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal in Erlan­gen stellt sich seit 2011 den digi­ta­len Her­aus­for­de­run­gen. Über 200 Schü­ler ler­nen dort mit Tablets. Die Ziel­set­zung des Tablet-Unter­richts beschreibt die Schu­le dabei so: “Wis­sen ist im Inter­net heu­te in viel­fäl­tigs­ter Wei­se vor­han­den. Man muss aber ler­nen, damit umzu­ge­hen, es zu struk­tu­rie­ren, zu ana­ly­sie­ren und zu prä­sen­tie­ren. Um die­se Kul­tur­tech­nik des 21. Jahr­hun­derts anzu­bah­nen, muss die digi­ta­le Lebens­wirk­lich­keit auch in der Schu­le ankom­men. Das iPad bringt den Makro­kos­mos ‘Welt’ in den Mikro­kos­mos ‘Schu­le’! Wir wol­len den mün­di­gen Schü­ler, wir wol­len den Schü­ler, der team­fä­hig ist, der prä­sen­tie­ren kann – immer auf der Basis eines soli­den, nach­hal­ti­gen Grund­wis­sens.” (Home­page der Schu­le)

Wir durf­ten in zwei Dop­pel­stun­den Geschichts­un­ter­richt einer 8. und einer 10. Klas­se hos­pi­tie­ren. Die Stun­den­the­men behan­del­ten ‘Napo­le­on’ sowie die ‘Insti­tu­tio­nen der EU’.

Alle Schü­ler hat­ten in die­sen Unter­richts­stun­den ein iPad vor sich lie­gen. Die not­wen­di­gen Mate­ria­li­en wur­den über einen öffent­li­chen Blog zur Ver­fü­gung gestellt. Die Leh­rer wur­den auf die­se Wei­se zu Mode­ra­to­ren eigen­stän­di­ger Erkennt­nis­pro­zes­se. In der Klas­se wur­de ein mit Apple TV ver­bun­de­ner Bea­mer genutzt. Die Schü­ler konn­ten damit jeder­zeit, vom eige­nen Arbeits­platz aus und tech­nisch voll­kom­men pro­blem­los ihre Ergeb­nis­se vor der Klas­se prä­sen­tie­ren. Die­se Demo­kra­ti­sie­rung der Tafel bzw. des Bea­mers ent­spricht der gesam­ten Phi­lo­so­phie der Schu­le: Die digi­ta­le Tech­nik wird dazu genutzt, effek­tiv und krea­tiv, kol­la­bo­ra­tiv, eigen­ver­ant­wort­lich und komp­tenz­ori­en­tiert zu arbei­ten.

Aber in der Pra­xis funk­tio­niert das alles doch nicht?
Die tech­ni­sche Aus­stat­tung in der Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal ist schlank, nahe­zu unsicht­bar und effek­tiv. Die Tablets gehö­ren den Schü­lern und funk­tio­nie­ren laut Aus­sa­gen von Leh­rern und Schü­lern seit vier Jah­ren pro­blem­los. Tech­ni­sche Aus­fäl­le sind sehr sel­ten. Das WLAN ist stark, gut geschützt und intel­li­gent auf­ge­baut (zu die­sem The­ma wird es in Kür­ze hier einen aus­führ­li­chen Bericht geben). Sowohl Leh­rer als auch Schü­ler bestä­tig­ten, dass Zeit­ver­lust durch tech­ni­sche Pro­ble­me eine abso­lu­te Aus­nah­me ist.

Miss­brauch, Mob­bing, Ablen­kung?
Das Netz in der Schu­le ist mit Restrik­tio­nen belegt. Eini­ge Sei­ten sind grund­sätz­lich gesperrt. Zudem wird das Surf-Ver­hal­ten der Schü­ler auf­ge­zeich­net. Die Schü­ler wis­sen das. Sie hal­ten sich an die Nut­zer­ver­ein­ba­run­gen, die sie mit der Schu­le geschlos­sen haben. In den ers­ten vier Jah­ren kam es nur zu einem Fall, der dis­zi­pli­na­risch geahn­det wer­den muss­te. Laut Aus­sa­ge der Leh­rer sind Pro­ble­me in den Nicht-Tablet-Klas­sen ver­brei­te­ter, da dort die Schü­ler deut­lich unkon­trol­lier­ter auf ihren Smart­pho­nes agie­ren.

Bei­spie­le für gelun­ge­nes (digi­ta­les) Ler­nen
Eini­ge weni­ge Unter­richts­bei­spie­le aus den bei­den Dop­pel­stun­den sol­len kurz skiz­ziert wer­den:

  • Erschlie­ßung von Kari­ka­tu­ren über die EU:
    Die Kari­ka­tu­ren fin­den sich im Blog. Mit Hil­fe einer App ver­se­hen die Schü­ler ein­zel­ne Ele­men­te der Kari­ka­tu­ren mit Kom­men­ta­ren, wei­te­ren Gra­fi­ken oder Vide­os. Meh­re­re Grup­pen prä­sen­tie­ren im Anschluss ihre Ergeb­nis­se vor der Klas­se. Die Qua­li­tät der Bei­trä­ge ist erstaun­lich hoch: Kom­ple­xe The­men, wie das der­zei­ti­ge Flücht­lings­dra­ma im Mit­tel­meer, wer­den dif­fe­ren­ziert prä­sen­tiert und in der Klas­se kon­tro­vers dis­ku­tiert.
  • Erar­bei­tung des Kon­zepts asym­me­tri­scher Krieg­füh­rung:
    Die Schü­ler ord­nen Aus­sa­gen über ‘regu­lä­re Trup­pen’ und ‘Gue­ril­la­kämp­fer’ auf einem anspre­chend gestal­te­ten Bild per drag and drop zu. Auf der einen Sei­te sind die Trup­pen Napo­le­ons zu sehen, auf der ande­ren Sei­te por­tu­gie­si­sche Gue­ril­le­ros. Am Ende gibt das Pro­gramm eine Rück­mel­dung über die Rich­tig­keit der Zuord­nung. Im anschlie­ßen­den Unter­richts­ge­spräch wird das Kon­zept gefes­tigt, auf unter­schied­li­che Epo­chen bezo­gen und mit heu­ti­gen Kriegs­tak­ti­ken ver­gli­chen.
  • Erschlie­ßung einer Info­gra­fik aus dem Jahr 1869:
    Die Schü­ler zie­hen per drag and drop Aus­sa­gen über den Russ­land­feld­zug auf die Gra­fik. Dabei schu­len sie ihr metho­di­sches Wis­sen und erschlie­ßen sich eigen­stän­dig grund­sätz­li­che Pro­ble­me und Fehl­schlä­ge des napo­leo­ni­schen Russ­land­feld­zu­ges. Auch hier wer­den die Ergeb­nis­se der jewei­li­gen Grup­pen mit­tels Bea­mer prä­sen­tiert, abge­gli­chen und dis­ku­tiert.
    Ohne die Mög­lich­keit, in die Gra­fik zu zoo­men und sie mit Infor­ma­tio­nen zu ver­se­hen, wäre die Gra­fik nicht sinn­voll im Unter­richt ein­setz­bar.

Fazit:
Es gibt sie, die Schu­len, die nicht von Beden­ken­trä­gern, son­dern von visio­nä­ren Prak­ti­kern geführt wer­den. Es ist mög­lich, Schu­le frei­er und anders zu den­ken. In Erlan­gen führt die­ses neue Den­ken zu deut­lich sicht- und wirk­sa­mer Schul­ent­wick­lung, die Aus­wir­kun­gen auf das gesam­te Schul­le­ben hat: Abschaf­fung des Stun­den-signals, Ein­füh­rung des Dop­pel­stun­den­prin­zips, kon­se­quen­te Nut­zung von Fach­räu­men, Arbeit an der papier­lo­sen Klas­se, Erwei­te­rung des Ange­bots zu fach­lich-metho­di­scher Arbeit, Inten­si­vie­rung und Demo­kra­ti­sie­rung der Unter­richts-kom­mu­ni­ka­ti­on.

Digi­ta­le Tech­nik allei­ne löst kei­ne Pro­ble­me. Digi­ta­le Tech­nik in Kom­bi­na­ti­on mit einem inno­va­ti­ven schu­li­schen Kon­zept, einer (fach-) didak­ti­schen Hin­ter­le­gung und einer päd­ago­gi­schen Beglei­tung hat hin­ge­gen die­ses Poten­ti­al.

Dabei unter­stützt digi­ta­les Ler­nen eben nicht nur für den Erwerb von Medi­en­kom­pe­tenz im All­ge­mei­nen, son­dern auch hoch­wer­ti­ge Lern­pro­zes­se in den jewei­li­gen Fächern.

Schließ­lich soll Mar­kus Böl­ling, der Rek­tor der Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal, abschlie­ßend das Wort haben. Er äußert sich zu den The­men Tech­nik, digi­ta­ler Mehr­wert, Sozi­al­ver­träg­lich­keit, Con­tent und poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen: