Mit Hertz und Ver­stand — Die neu­en Schwer­punk­te des IdL

Mit Hertz und Ver­stand — Die neu­en Schwer­punk­te des IdL

Vor eini­gen Wochen haben wir den Ver­kauf unse­rer mBook-Spar­te an den Cor­nel­sen Ver­lag bekannt­ge­ge­ben. Das mBook, bis­he­ri­ges Mar­ken­zei­chen des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen, soll nun also unter neu­em Dach zu einem bedeut­sa­men Markt­stan­dard für vie­le schu­li­sche Unter­richts­fä­cher wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Der Ver­kauf wur­de an ande­rer Stel­le bereits the­ma­ti­siert. Hier soll es nun dar­um gehen, wel­che Schwer­punk­te das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen in Zukunft set­zen wird.

Selbst­ver­ständ­lich bleibt die digi­ta­le Bil­dungs­re­vo­lu­ti­on der Dreh- und Angel­punkt unse­res Den­kens und Ent­wi­ckelns.

Die zu erwar­ten­den Ver­än­de­run­gen die­ser Revo­lu­ti­on betref­fen indes unse­re Gesell­schaft als Gan­zes, wes­halb sich der Blick über die schu­li­sche Bil­dung hin­aus gera­de­zu auf­drängt. Von daher wid­met sich das Insti­tut zukünf­tig inten­siv allen Berei­chen, in denen Wis­sen mit einem fun­dier­ten didak­ti­schen Kon­zept digi­tal ver­mit­telt wer­den soll. Nicht zuletzt wol­len wir mit unse­rer jähr­li­chen Tagung Gesell­schaft und digi­ta­le Medi­en (#GdM) Impul­se in die­sem Bereich set­zen (nächs­te Aus­ga­be der Tagung am 3. Novem­ber). Die For­mel “Hertz und Ver­stand” – die ortho­gra­phi­sche Vari­an­te ist beab­sich­tigt – bringt es auf den Punkt: Es geht um aus­ge­reif­te digi­ta­le Bil­dungs­in­no­va­tio­nen, die den Men­schen die­nen. Kein tech­no­lo­gi­sches Bling-Bling, son­dern ech­ter Mehr­wert für die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer.

Bar­rie­re­freie digi­ta­le Bil­dungs­an­ge­bo­te

Die Über­schrift liest sich lei­der noch immer wie ein dop­pel­ter Ana­chro­nis­mus, denn weder das eine noch das ande­re ist bis­lang in den Schu­len ange­kom­men: Vom bar­rie­re­frei­en Inter­net haben hier­zu­lan­de nur die wenigs­ten etwas gehört und den Schul­buch­ver­la­gen feh­len augen­schein­lich nach wie vor fun­dier­te Umset­zun­gen für digi­ta­le Ange­bo­te. Gleich­zei­tig wer­den sowohl bei der Inklu­si­on wie auch in der digi­ta­len Bil­dung längst poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Fort­schrit­te ein­ge­for­dert.

Umso wich­ti­ger, dass wir uns so schnell wie mög­lich ernst­haft damit beschäf­ti­gen, wie gute digi­ta­le Ange­bo­te für Kin­der mit geis­ti­gen und kör­per­li­chen Behin­de­run­gen gestal­tet sein müs­sen. In weni­gen Wochen legen wir ein im deutsch­spra­chi­gen Raum bis­her ein­zig­ar­ti­ges Pro­jekt zur digi­ta­len Bar­rie­re­frei­heit an Schu­len vor. Hier­bei bau­en wir inhalt­lich auf unse­rem bereits 2014 ver­öf­fent­lich­ten digi­ta­len Geschichts­buch in NRW auf. Die­ses wird jedoch um eine Viel­zahl von Dif­fe­ren­zie­rungs- und Hilfs­funk­tio­nen erwei­tert, die das Ler­nen und Unter­rich­ten in hete­ro­ge­nen Grup­pen erleich­tern wer­den. Zu die­sem The­ma erscheint hier in Kür­ze mehr.

Digi­ta­le Kon­struk­ti­ons­di­dak­tik – Bera­tung, Kon­zep­te, Ent­wick­lung

Bei die­sem The­ma bewährt sich, dass wir von Anfang an auf Inno­va­ti­on und Qua­li­tät gesetzt haben. Und dies eben nicht nur bei den Tech­no­lo­gi­en, son­dern auch im Zusam­men­hang mit den Inhal­ten sowie den zugrun­de lie­gen­den didak­ti­schen Kon­zep­ten. „Es gibt ein­fach zu weni­ge didak­ti­schen Kon­zep­te, wie die Kin­der auf die digi­ta­li­sier­te Welt vor­be­rei­tet wer­den sol­len“, bemän­gel­te jüngst ein Essay­ist auf SZ-Online zurecht. Wir haben in den letz­ten sie­ben Jah­ren sol­che Kon­zep­te erar­bei­tet und arbei­ten täg­lich wei­ter dar­an. Was heißt das kon­kret? Neben den tra­di­tio­nel­len Part­nern im Schul-, Bil­dungs- und Medi­en­be­reich füh­ren wir auch Gesprä­che mit NGOs, Minis­te­ri­en, Wirt­schafts­un­ter­neh­men, Muse­en und kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen. In man­chen Fäl­len geht es um Bera­tun­gen und Wei­ter­bil­dung, in ande­ren um die Aus­ar­bei­tung kon­kre­ter Kon­zep­te und Anwen­dun­gen. Bezeich­nen­der­wei­se einen all unse­re Part­ner die­sel­ben Fra­gen, die uns in der Aus­ar­bei­tung der mBooks immer gelei­tet haben: Wen wol­len wir errei­chen? Wel­che Geschich­ten wol­len wir erzäh­len? Was sind die idea­len (tech­no­lo­gi­schen) Werk­zeu­ge dafür? Von daher liegt es also gera­de­zu auf der Hand, unse­re Erfah­run­gen im schu­li­schen Bereich auf die oben genann­ten Kon­tex­te zu über­tra­gen.

Mixed Rea­li­ty und Vir­tu­al Rea­li­ty in der Bil­dung

Dabei ist uns sehr bewusst, dass die Digi­ta­li­sie­rung der (Lebens-)Welt gera­de erst begon­nen hat. Bil­dung wird uns in der Zukunft anders umge­ben als bis­her. Sie wird immer weni­ger nur bestimm­te Pha­sen des Lebens fül­len und in vor­be­zeich­ne­ten (schu­li­schen) Räu­men statt­fin­den.

Viel­mehr wird sie zu einer Grund­hal­tung des gesam­ten Lebens avan­cie­ren und wesent­li­cher Bestand­teil unse­res per­ma­nen­ten sozi­al-kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­tex­tes sein. Digi­ta­le Bil­dung wird zudem Erkennt­nis­werk­zeu­ge lie­fern, die weit über das hin­aus­ge­hen, was die heu­ti­ge ana­lo­ge Inhalts-Metho­den-Kom­bi­na­ti­on zu lie­fern in der Lage ist. Wir wer­den auf neue Wei­se in Lern­ma­te­ri­en ein­stei­gen und geis­ti­ge Wel­ten auf nie gekann­te Wei­se ergrün­den kön­nen. Die ers­ten Wege in die­se neu­en Lern­wel­ten wer­den von Aug­men­te­d/­Mi­xed- oder Vir­tu­al Rea­li­ty bestimmt sein: Der Name die­ser Tech­no­lo­gi­en beschreibt schon den Weg: Es geht etwa um die Erwei­te­rung der Rea­li­tät und damit auch um die Erwei­te­rung des Bewusst­seins von Ler­nen­den – ihres his­to­ri­schen, ethi­schen, natur­wis­sen­schaft­li­chen, sprach­li­chen, poli­ti­schen und ästhe­ti­schen Bewusst­seins. Was das für Lern­pro­zes­se, für Kom­pe­tenz­vor­stel­lun­gen, für didak­ti­sche Kon­zep­te bedeu­tet? Wir suchen nach Ant­wor­ten auf alle die­se Fra­gen – mit Hertz und Ver­stand.