Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen – Inklu­si­on im Unter­richt kon­kret gestal­ten

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen – Inklu­si­on im Unter­richt kon­kret gestal­ten

Aus­gangs­punkt mBook Geschich­te NRW

Das mBook Geschich­te für Nord­rhein-West­fa­len wird seit 2014 zunächst im Rah­men eines Ent­wick­lungs- und For­schungs­pro­jekts mit der Medi­en­be­ra­tung NRW an etwa 40 Pro­jekt­schu­len ein­ge­setzt. Die­ses mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung des Lan­des NRW ent­wi­ckel­te mBook der ers­ten Gene­ra­ti­on ver­deut­lich­te, dass sich Digi­ta­li­sie­rung von Unter­richts­mit­teln nicht in der Dar­stel­lung des Ana­lo­gen mit digi­ta­len Mit­teln erschöp­fen kann (gedruck­te Schul­bü­cher als PDFs). Der­ar­ti­ge Digi­ta­li­sa­te ändern näm­lich an den gän­gi­gen Kon­ven­tio­nen des Unter­rich­tens, der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den am Lern­pro­zess Betei­lig­ten und der Schul­or­ga­ni­sa­ti­on als sol­cher nichts.

Mit Blick auf die Poten­tia­le digi­ta­ler Tech­nik kann und muss eine tat­säch­li­che Digi­ta­li­sie­rung des Ler­nens jedoch viel mehr sein: Sie führt zu grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen des Ver­ständ­nis­ses von Erkennt­nis­pro­zes­sen und wie sie zu orga­ni­sie­ren sind, weil digi­ta­le und mul­ti­me­dia­le Tech­ni­ken fach­me­tho­di­sche Arbeits­pro­zes­se ver­tie­fen und erwei­tern, weil sie bis­lang unmög­li­che oder unbe­kann­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten eröff­nen und – nicht zuletzt – weil sie vie­le der lan­ge bekann­ten, prak­tisch jedoch nie ange­mes­sen umge­setz­ten didak­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen auf­grei­fen und sie mit unter­richts­taug­li­chen Rea­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten ver­se­hen.

Zu die­sen Her­aus­for­de­run­gen zäh­len auch Diver­si­tät und Inklu­si­on. Inklu­si­ver Unter­richt für Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Her­künf­te, kul­tu­rel­len Prä­gun­gen und Anla­gen ist das zen­tra­le Para­dig­ma einer moder­nen Schul­ent­wick­lung. Es umfasst nicht nur den Anspruch, den gesell­schaft­li­chen Reich­tum an Fähig­kei­ten, Sicht­wei­sen und Inter­es­sen abzu­bil­den, son­dern möch­te die damit ver­bun­de­ne Diver­si­tät auch zur Grund­la­ge einer demo­kra­ti­schen und chan­cen­be­wuss­ten Schul- und Unter­richts­kul­tur machen. ‚Abwei­chun­gen’ wer­den dabei nicht vor allem als Pro­blem, son­dern als Gestal­tungs­auf­ga­be wahr­ge­nom­men. Auf der Grund­la­ge des ers­ten mBooks für den Geschichts­un­ter­richt, das inzwi­schen als geprüf­tes Lehr­mit­tel für den Unter­richt des Lan­des zuge­las­sen ist, hat das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen nun­mehr das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen ent­wi­ckelt.

Aus­gangs­la­gen und Ziel­set­zun­gen des mBook Gemein­sa­mes Ler­nen

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen hilft bei der Umset­zung von Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on, indem es Ler­nen­de und Leh­ren­de tech­nisch wie inhalt­lich-didak­tisch unter­stützt.

Gemein­sa­mes Ler­nen ist eine stän­di­ge Inklu­si­ons­auf­ga­be, ver­steht Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung in prag­ma­ti­scher Wen­dung und bezieht sich auf alle Ler­nen­den und Leh­ren­den. Dazu gehö­ren Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund aber auch Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit beson­de­ren För­der­be­dar­fen.

Dabei ori­en­tiert sich das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen mit Blick auf das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Fächer­spek­trum an meh­re­ren Prin­zi­pi­en:

  • Kon­struk­ti­vis­mus zur Grund­la­ge machen: Schü­le­rin­nen und Schü­ler müs­sen die Gele­gen­heit haben, Informationen/Geschehnisse mit einem akti­ven Pro­zess der Bedeu­tungs­ver­lei­hung zu ver­bin­den, der tat­säch­li­che An-Eig­nung statt rei­ner Kon­ven­ti­ons­über­nah­me (Ein­pau­ken) ermög­licht.
  • von Lebens­re­le­vanz aus­ge­hen: Mate­ria­li­en sol­len Ler­nen­den die Gele­gen­heit zu einer eige­nen Sinn­ge­bung eröff­nen. Dazu gehört, dass die­se die Mög­lich­keit haben müs­sen, ihre Erfah­run­gen anders zu inter­pre­tie­ren als Eltern, Leh­rer oder Fach­ex­per­ten.
  • Stim­mun­gen und Gefüh­le ein­be­zie­hen: Vie­le The­men wer­den mit Vide­os, Ani­ma­tio­nen oder Audi­os umge­setzt, die neben Sach­in­for­ma­tio­nen auch gesell­schaft­li­che oder indi­vi­du­el­le Stim­mun­gen, inne­re Hal­tun­gen und Gefüh­le trans­por­tie­ren. Text­quel­len, zum Bei­spiel Lied­tex­te, wer­den in mög­li­che (ursprüng­li­che) Gesche­hens­kon­tex­te ver­setzt, etwa in Gesprächs- und Ver­samm­lungs­si­tua­tio­nen. Neben kogni­ti­ven wer­den damit auch emo­tio­na­le und ästhe­ti­sche Erkennt­nis­zu­gän­ge eröff­net.
  • Vor­stel­lungs­kraft för­dern: Men­schen den­ken ganz wesent­lich in Bil­dern. Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen regt daher immer wie­der dazu an, aus Tex­ten Bil­der zu kre­ieren, Tex­te gewis­ser­ma­ßen in ima­gi­nier­te, beweg­li­che Gesche­hens­sze­na­ri­en zu über­tra­gen.
  • Dif­fe­ren­zie­rung ermög­li­chen: Hete­ro­ge­ne Grup­pen mit ganz unter­schied­li­chen Prä­gun­gen zu gemein­sa­men Lern­grup­pen zu for­men bedeu­tet nicht zuletzt, dass zur Behand­lung des Fachs nöti­ge Unter­richts­ma­te­ri­al in meh­re­ren Dif­fe­ren­zie­run­gen anzu­bie­ten, dabei jedoch kei­ne simp­le Leicht-Schwer-Zuord­nung anzu­bie­ten, son­dern nach fach­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu unter­schei­den und Medi­en­gat­tun­gen (sub­sti­tu­ie­rend) auf­ein­an­der zu bezie­hen.

Ele­men­te für den inklu­si­ven Unter­richt (von links nach rechts): Unter­richts­käs­ten für den inklu­si­ven Unter­richt wer­den mit einem rot-wei­ßen Icon mar­kiert. Unter­schie­de in den Mate­ria­li­en wer­den nach Her­aus­for­de­rungs­dich­ten differenziert.¹ Hil­fe gibt es u.a. bei der Bear­bei­tung von Fra­gen und Auf­ga­ben. Alter­na­ti­ve Mate­ria­li­en kön­nen Vide­os, Audi­os oder Bil­der sein. Unter den Icons ist die Anzahl der genann­ten Ele­men­te im mBook Gemein­sa­mes Ler­nen auf­ge­führt.

Die Umset­zung die­ser Prin­zi­pi­en erfolgt auf tech­ni­scher Ebe­ne mit fol­gen­den neu ent­wi­ckel­ten Instru­men­ten:

  • Inklu­si­ons­werk­zeug: Um den Umgang sowohl mit jedem Medi­en- als auch mit jedem metho­disch-didak­ti­schen Ange­bot zu unter­stüt­zen, wird ein per­ma­nent ver­füg­ba­res und auf jedes Mate­ri­al abge­stimm­tes Hilfs­werk­zeug ange­bo­ten, an das Ler­nen­de ihre Fra­gen rich­ten kön­nen (Magic Tool Bar). Es ent­hält Mate­ri­al­dif­fe­ren­zie­run­gen, alter­na­ti­ve Medi­en und Auf­ga­ben­stel­lun­gen sowie metho­di­sche Hil­fen und erfüllt somit wesent­li­che Funk­tio­nen des Scaf­fol­ding.
  • Per­so­na­li­sie­rungs­werk­zeug: Digi­ta­le Tech­ni­ken erlau­ben varia­ble Dar­stel­lungs­wei­sen von Text und Bild zur Über­win­dung sinn­li­cher Rezep­ti­ons­bar­rie­ren. Glei­ches gilt für Sprach­bar­rie­ren, denen mit Hil­fe einer auto­ma­ti­schen Über­set­zungs­hil­fe begeg­net wird.
  • Unter­richts­käs­ten: Unter­rich­ten­de kön­nen auf umfas­sen­de Hil­fen für Unter­richts­pla­nung und -durch­füh­rung zurück­grei­fen: Inhal­te und Leh­rer­ma­te­ria­li­en (sowohl für den Stan­dard- als auch für den inklu­si­ven Unter­richt) sind eng mit­ein­an­der ver­zahnt. Für die Unter­richts­ge­stal­tung spielt zudem die in die Navi­ga­ti­on inte­grier­te Mate­ri­al­samm­lung für die Unter­richts­ge­stal­tung eine gro­ße Rol­le. Sie ent­hält zum Bei­spiel nach Kapi­teln geord­ne­te Über­sich­ten über Unter­richts­käs­ten (Leh­rer­ma­te­ria­li­en), Merk­käs­ten, Tafel­bil­der und Glossa­re.

Unter­richts­pla­nun­gen und Lern­pro­zes­se kön­nen und müs­sen im inklu­si­ven Unter­richt dif­fe­ren­ziert sein, und sie müs­sen auch alter­na­ti­ve Ziel­set­zun­gen ermög­li­chen, denn nicht immer arbei­ten alle am glei­chen Mate­ri­al, das in der glei­chen Wei­se daher­kommt, unter den glei­chen Fra­ge­stel­lung en mit dem glei­chen Ziel.

Inklu­si­on als The­ma des Fach­un­ter­richts

Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler sol­len gera­de auch im Geschichts­un­ter­richt erfah­ren, dass das Zusam­men­tref­fen von Men­schen unter­schied­li­cher Prä­gun­gen und Her­künf­te nicht die Aus­nah­me, son­dern die Rea­li­tät der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Mensch­heit ist.

Mit Blick auf Inklu­si­on ist die Beob­ach­tung wich­tig, dass das Leben von Men­schen in allen pri­va­ten und öffent­li­chen Berei­chen von der Zuge­hö­rig­keit oder Nicht­zu­ge­hö­rig­keit zu Grup­pen geprägt ist. Die­se bil­den sich, haben inne­re Wer­te sowie Funk­ti­ons­me­cha­nis­men. Grup­pen gestal­ten sich zudem auch immer wie­der um, lösen sich auf, ändern Zusam­men­set­zung und Ziel­set­zung. Die Betrach­tung von Grup­pen­phä­no­me­nen im Unter­richt kann daher das Ver­hält­nis von Inklu­si­on und Exklu­si­on als eine mensch­li­che Grund­er­fah­rung the­ma­tisch erfas­sen.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen ent­hält daher – über alle Epo­chen ver­teilt – 15 zusätz­li­che Kapi­tel, die ent­lang des Grup­pen­pa­ra­dig­mas die Span­nung zwi­schen Inklu­si­on und Exklu­si­on nar­ra­tiv beson­ders deut­lich zum Aus­druck brin­gen. Sie sind anhand eines spe­zi­fi­schen Icons schon in der Kapi­tel­na­vi­ga­ti­on zu erken­nen und zudem tech­nisch-medi­al für den inklu­si­ven Unter­richt opti­miert. Die Kapi­tel 13 und 14 grei­fen die Geschich­te eines Teils des Nahen Ostens nach dem Ers­ten Welt­krieg auf, um jenen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, die aus die­sen Gebie­ten nach Deutsch­land gekom­men sind, die Mög­lich­keit zur reflek­tier­ten Beschäf­ti­gung mit der ‚eige­nen’ Geschich­te zu geben – eine Mög­lich­keit, die ihnen in ihren Her­kunfts­län­dern infol­ge von Krie­gen und Dik­ta­tu­ren oft­mals nicht gege­ben war. Zugleich kön­nen und sol­len sich in die­sen Kapi­teln jedoch alle Ler­nen­den einer Grup­pe mit The­men aus­ein­an­der­set­zen, die immer wie­der eine gro­ße Rol­le in ihrem Unter­richt spie­len: hier anhand der Fra­ge nach Staats- und Nati­ons­bil­dung.

Fol­gen­de Prä­mis­sen tra­gen die inhalt­li­che Aus­rich­tung des mBooks Gemein­sa­mes Ler­nen:

  • Gemein­sa­mes Ler­nen kann und muss ein fach­li­ches The­ma wer­den, um zu ver­hin­dern, dass Inklu­si­on zu einem von Inhal­ten los­ge­lös­ten, ledig­lich pha­sen­wei­se ver­folg­ten ‚Pro­jekt’ wird.
  • Das Fach Geschich­te kann sozia­le Mecha­nis­men, die für das Ver­ständ­nis der gesell­schaft­li­chen Dimen­si­on des The­mas von gro­ßer Bedeu­tung sind, trans­pa­rent und ope­ra­tio­na­li­sier­bar machen. Ein sol­cher the­men­spe­zi­fi­scher Mecha­nis­mus ist der von Ein­schlie­ßung und Aus­schlie­ßung. Die Erfah­rung des Ein­schlie­ßens und Aus­schlie­ßens lässt sich mit Jörn Rüsen – eben­so wie etwa der Zusam­men­hang von Macht und Ohn­macht, Armut und Reich­tum oder Natur und Kul­tur – als “anthro­po­lo­gi­sche Span­nung” des Lebens ver­ste­hen, die prin­zi­pi­ell zu mensch­li­chen Gesell­schaf­ten gehört und einen gro­ßen Teil ihrer Dyna­mik aus­macht. Die­se Span­nun­gen sind sowohl kon­stan­ter Grund­pfei­ler mensch­li­chen Den­kens als auch Gestal­tungs­an­trieb zum Umgang mit Veränderungen.²
  • Gemein­sa­mes Ler­nen ist der Ver­such, eine Welt zu schaf­fen, in der vor­ur­teils­be­la­de­ne Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten ver­flüs­sigt wer­den kön­nen. Ler­nen­de müs­sen Inklu­si­ons- und Exklu­si­ons­phä­no­me­ne reflek­tie­ren kön­nen. Das ist ein wich­ti­ger Bestand­teil von Ori­en­tie­rungs­pro­zes­sen.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen möch­te einen Bei­trag dazu leis­ten, dass Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein selbst­be­stimm­tes Leben in einer offe­nen und demo­kra­ti­schen Gesell­schaft füh­ren und womög­lich lan­ge Ket­ten kom­mu­ni­ka­ti­ver Miss­ver­ständ­nis­se zwi­schen Men­schen unter­schied­li­cher Fähig­kei­ten und Prä­gun­gen, die nicht sel­ten in Rück­zug und Ableh­nung enden, ver­hin­dert oder zumin­dest ver­kürzt wer­den kön­nen.

Alter­na­ti­ve Zugän­ge und Erzäh­lun­gen

Für das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen wur­den alter­na­ti­ve media­le Zugän­ge zu bestimm­ten The­men gestal­tet, um eine aus­schließ­li­che Gebun­den­heit an Tex­te zu ver­mei­den. Zudem bie­tet es sehr vie­le Kapi­tel­nar­ra­tio­nen in zwei unter­schied­li­chen Aus­führ­lich­kei­ten an.
Die für inklu­si­ven Unter­richt opti­mier­ten, alter­na­ti­ven media­len Zugän­ge bestehen sowohl in Ani­ma­tio­nen als auch in gra­fi­schen Auf­ar­bei­tun­gen, bild­li­chen Dar­stel­lun­gen oder Geschichts­kar­ten. Ins­be­son­de­re die zusätz­li­chen Ani­ma­tio­nen grei­fen dabei zen­tra­le The­men des Kapi­tels mit per­so­na­li­sier­ten Nar­ra­tio­nen auf – oft­mals aus Sicht des Grup­pen­pa­ra­dig­mas.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen wei­tet mul­ti­per­spek­ti­vi­sche The­men­auf­be­rei­tun­gen und Nar­ra­ti­vie­rungs­mög­lich­kei­ten deut­lich aus. Das ist ins­be­son­de­re für Ler­nen­de mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund von gro­ßer Bedeu­tung. So kön­nen sich zum Bei­spiel Ler­nen­de aus dem syrisch-ira­ki­schen Raum (wahr­schein­lich erst­mals) auf kom­pe­tenz­ori­en­tier­ter Grund­la­ge mit der Geschich­te ihrer Her­kunfts­län­der befas­sen. Die Fra­ge von Staats- und Nati­ons­bil­dung wird für alle Ler­nen­den anhand meh­re­rer Bei­spie­le auf­ge­grif­fen.

Auf­ga­ben­stel­lun­gen sind mit einer Erläu­te­rung der Ope­ra­to­ren und sons­ti­gen Fra­ge­wör­ter ver­bun­den. Schü­le­rin­nen und Schü­ler kön­nen sich also jeder­zeit über das ange­mes­se­ne Vor­ge­hen bei einer bestimm­ten Auf­ga­ben­stel­lung ver­ge­wis­sern. Vie­le Auf­ga­ben­käs­ten ent­hal­ten zudem Lösungs­hin­wei­se oder Mus­ter­lö­sun­gen zu bestimm­ten Auf­ga­ben­stel­lun­gen.

Ein­be­zie­hung tech­nisch-gestal­te­ri­scher Hil­fen

Bei den tech­nisch-media­len Hil­fen (Magic Tool Bar und Per­so­na­li­sie­rungs-Tool) geht es nicht nur um die Ermög­li­chung von Teil­ha­be durch unter­stüt­zen­de Maß­nah­men, son­dern auch dar­um, einen von allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern gestal­te­ten, gleich­be­rech­tig­ten Raum der Ent­wick­lung zuzu­las­sen, in den sie ihre Stär­ken und Schwä­chen, ihre Sicht­wei­sen und Prä­gun­gen ein­brin­gen kön­nen.

Um das gemein­sa­me Ler­nen zu unter­stüt­zen, wer­den im mBook Gemein­sa­mes Ler­nen fol­gen­de tech­ni­sche, bar­rie­re­ab­sen­ken­de Unter­stüt­zun­gen ver­wen­det:

  • Zen­tra­le Tex­te des mBooks (Lehr­tex­te, Quel­len, Dar­stel­lun­gen) ste­hen als ein­ge­spro­che­ne Audi­os zur Ver­fü­gung.
  • Tex­te wer­den zu gro­ßen Tei­len in leich­ter Spra­che ange­bo­ten, dar­un­ter alle Dia­log- und Trans­pa­renz­tex­te sowie ein erheb­li­cher Tei­le der Auto­ren­dar­stel­lun­gen.
  • Schrift­grö­ßen und Sei­ten­hin­ter­grund­far­ben las­sen sich in drei Stu­fen vari­ie­ren. Dadurch ent­ste­hen unter­schied­li­che Hel­lig­kei­ten und Kon­tras­te.
  • Bei Schrift­dar­stel­lung kann zwi­schen einer Stan­dard­dar­stel­lung und einer Leg­asthe­nie­schrift gewech­selt wer­den.
  • Um die Teil­ha­be von Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit man­geln­den oder feh­len­den Deutsch­kennt­nis­sen zu erleich­tern, las­sen sich alle Tex­te zudem über ein Über­set­zungs­werk­zeug in ande­re Spra­chen über­tra­gen.

Infra­struk­tur zur Nut­zung des mBooks Gemein­sa­mes Ler­nen

Seit dem 7. Juni 2018 steht das mBook für den gemein­sa­men Unter­richt allen Lehr­kräf­ten sowie Schü­le­rin­nen und Schü­lern aller Schul­for­men in Nord­rhein-West­fa­len über die Platt­form digitale-schule.nrw zur Ver­fü­gung.

¹ Her­aus­for­de­rungs­dich­ten wer­den im Leh­rer­ma­te­ri­al des mBooks erläu­tert. Sie­he dazu den Unter­richts­kas­ten “Wie macht man inklu­si­ven Unter­richt am Mate­ri­al? Was sind Her­aus­for­de­rungs­dich­ten?” (Hin­wei­se zum mBook).

² Jörn Rüsen, Huma­nism. Anthro­po­lo­gy – Axi­al Ages – Moder­nities, in: Oli­ver Kozla­rek, Jörn Rüsen und Ernst Wolff (Eds.), Sha­ping a Human World. Civi­li­za­ti­ons – Axi­al Times – Moder­nities – Huma­nisms, Bie­le­feld 2012, S. 55 – 79, bes. S. 65 f.

Wie das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te Geschich­te und Didak­tik zusam­men­bringt

Wie das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te Geschich­te und Didak­tik zusam­men­bringt

Vor Kur­zem wur­de das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te vor­ge­stellt. Es ist auf der Grund­la­ge der bewähr­ten und preis­ge­krön­ten mBook-Tech­no­lo­gie und -Pro­duk­ti­ons­wei­se ent­stan­den. Auto­rin­nen und Auto­ren haben sich zu unter­schied­li­chen The­men­be­rei­chen Gedan­ken gemacht, haben Kon­zep­te der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung und Instruk­ti­ons­psy­cho­lo­gie, der Fach­wis­sen­schaft und Medi­en­päd­ago­gik in ihre Arbeit ein­flie­ßen las­sen, um ein anre­gen­des, gehalt­vol­les, zum eigen­stän­di­gen Nach­den­ken und Reflek­tie­ren anre­gen­des Buch zu schaf­fen.
Dabei haben sie auch die Grund­prin­zi­pi­en his­to­ri­schen Den­kens im Blick gehabt, zu denen Par­tia­li­tät, Selek­ti­vi­tät und Kon­strukt­cha­rak­ter gehö­ren. Das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te hat viel Zustim­mung erfah­ren, aber natür­lich auch Nach­fra­gen und Kri­tik.

Auch Herr Dre­ger hat sich über das Buch Gedan­ken gemacht. Er fin­det es „miss­lun­gen“. “Die Form der Infor­ma­ti­ons­wie­der­ga­be“ habe „ein­deu­tig vor dem Inhalt“ gestan­den. Herr Dre­ger äußert grund­sätz­li­che und eini­ge Detail­kri­tik. Auf bei­de Berei­che möch­te ich ein­ge­hen.

Zunächst zum Grund­sätz­li­chen: Herrn Dre­gers Sicht­wei­se auf Geschich­te scheint sich von den gegen­wär­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Sicht­wei­sen dar­auf, was das Fach ist und wie sei­ne Inhal­te ent­ste­hen zu unter­schei­den. Geschich­te ist eben nicht gleich­zu­set­zen mit der Ver­gan­gen­heit, son­dern sie ent­steht durch Fra­gen, die gegen­wär­ti­ge Inter­es­sen­ten an die Ver­gan­gen­heit stel­len. Die­se Fra­gen ent­schei­den über die Aus­wahl von Inhal­ten, denn die erhoff­ten Ant­wor­ten bezie­hen sich auf gegen­wär­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen, Inter­es­sen­la­gen und Stand­punk­te. Geschich­te ist damit eben kei­ne Spie­ge­lung der Ver­gan­gen­heit, son­dern eine Kon­struk­ti­on, die sich auf Gegen­wart und Zukunft bezieht. Aus dem, was an Quel­len­über­lie­fe­run­gen zur Ver­fü­gung steht, wäh­len Geschichts­den­ker Mate­ri­al aus, um ihre Fra­gen beant­wor­ten zu kön­nen. Und kei­nes­wegs zu allen Fra­gen ist eine Über­lie­fe­rung vor­han­den. Geschich­te ist mit­hin von Selek­ti­vi­tät und Par­tia­li­tät geprägt: Unse­re Fra­gen beleuch­ten, wie der Licht­ke­gel der Taschen­lam­pe, einen Aus­schnitt der Ver­gan­gen­heit und suchen nach Infor­ma­tio­nen, die es – in Kon­struk­tio­nen ‚ver­baut’ – ermög­li­chen sol­len, mit heu­ti­gen und zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen umzu­ge­hen.
Wenn mBook-Auto­rin­nen und -Auto­ren in den Dia­log- und Trans­pa­renz­tex­ten der Kapi­tel (blau her­vor­ge­ho­ben) also Fra­gen stel­len, so offen­ba­ren sie damit nicht ihre „Ahnungs­lo­sig­keit“, son­dern ver­deut­li­chen ihre Aus­wahl­ent­schei­dun­gen. Sie regen zugleich zum eigen­stän­di­gen Fra­gen­stel­len an, weil sie ihre Prä­gun­gen und Inter­es­sen­la­gen offen­le­gen.

In Geschich­te geht es nicht um die Suche nach der end­gül­ti­gen und ein­zi­gen Wahr­heit, die man dann wie eine Keu­le im Mei­nungs­kampf ande­ren an den Kopf schleu­dern oder Ler­nen­den im Unter­richt ein­bläu­en könn­te. Geschich­te ist eine auf aner­kann­ten Regeln des Fachs basie­ren­de Kon­struk­ti­on, die von Men­schen gemacht ist. Die Wahr­heit des Fachs Geschich­te hat der Geschichts­theo­re­ti­ker Jörn Rüsen Trif­tig­keit genannt. Es geht also nicht um eine Abbild-, son­dern um eine Dis­kurs­theo­rie der Wahr­heit. Leu­te müs­sen von Geschichts­dar­stel­lun­gen empi­risch, nor­ma­tiv und nar­ra­tiv über­zeugt wer­den. Die­ses Ver­ständ­nis von Geschich­te bedeu­tet, dass es oft­mals unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven und Zugrif­fe auf Ver­gan­gen­heit und Geschich­te gibt. Und über die Viel­falt an Zugän­gen und Per­spek­ti­ven ent­ste­hen auch immer wie­der Dis­kus­sio­nen. Mit die­sen Dis­kus­sio­nen müs­sen Schü­le­rin­nen und Schü­ler umge­hen ler­nen. Sie soll­ten sie ansto­ßen, mit Erkennt­nis­ge­winn füh­ren und abschlie­ßend beur­tei­len kön­nen.

Dar­um bemüht sich das didak­ti­sche Kon­zept des vor­lie­gen­den Buchs. Das wird gera­de im Kapi­tel 2 sehr deut­lich. Kon­flik­te wer­den nicht umgan­gen – aus Angst vor Debat­ten. Und die im Unter­richt so gefürch­te­ten Schein­pro­ble­ma­ti­sie­run­gen, bei denen Ler­nen­de immer schon ein­gangs wis­sen, was Unter­rich­ten­de ‚hören wol­len’, die aber ohne Ecken und Kan­ten daher­kom­men, wer­den ganz bewusst ver­mie­den. Und des­we­gen wird zuge­spitzt, wird die Aus­ein­an­der­set­zung mit Vor­ur­tei­len und Ste­reo­ty­pen nicht gescheut. Man kann im Unter­richt kei­ne Ori­en­tie­rungs­pro­zes­se ansto­ßen, wenn man die schwie­ri­gen Sei­ten des Lebens aus­blen­det. Alle Men­schen erfah­ren die­se schwie­ri­gen Sei­ten, auch Russ­land­deut­sche. Und gera­de Schü­le­rin­nen und Schü­ler erle­ben doch auf dem Schul­hof oder im Wohn­vier­tel Stig­ma­ti­sie­run­gen, Aus­gren­zun­gen und Grup­pen­bil­dun­gen aller Art. Und meist wird dabei nicht ‚mit dem Flo­rett gefoch­ten’, son­dern eben ‚mit dem Säbel’. Es gab und gibt im all­täg­li­chen Zusam­men­le­ben das ‚Wir’ und ‚die Ande­ren’, und mit sol­chen Zuschrei­bun­gen waren und sind unge­recht­fer­tig­te Urtei­le ver­bun­den. Die Mecha­nis­men dahin­ter kön­nen und soll­ten wir, so mei­ne ich, im Unter­richt the­ma­ti­sie­ren. Wir soll­ten dar­über reden, was Vor­ur­tei­le sind, wie sie ent­ste­hen und wie man mit ihnen umge­hen kann. Es geht also gera­de nicht dar­um, „Kli­schees auf […] Stamm­tisch­ni­veau“ aus­zu­brei­ten, son­dern sie zum Anlass für eige­nes Fra­gen­stel­len und Ant­wor­ten­fin­den zu neh­men.

Und das genau macht die im Kapi­tel gestell­te Fra­ge, was Ste­reo­ty­pen mit Russ­land­deut­schen zu tun haben, pau­si­bel. Ler­nen­de sol­len die mit Geschich­te umge­hen­den Hin­ter­grün­de von Zuschrei­bun­gen und Bewer­tun­gen erken­nen. Das zwei­te Kapi­tel des mBooks russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te befasst sich mit sol­chen Zuschrei­bun­gen. Der Autor des Kapi­tels greift sie unge­schminkt auf und lei­tet sie in einen Denk­pro­zess, bei dem sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler dar­über klar wer­den sol­len, wie sie sich selbst defi­nie­ren, etwa als Bür­ger die­ses Lan­des oder als Ange­hö­ri­ge einer Nati­on. Auch Natio­nen fal­len näm­lich nicht vom Him­mel, son­dern sie sind Kon­struk­tio­nen, zu denen sich Men­schen beken­nen oder nicht. Natio­nen sind ein „täg­li­ches Ple­bis­zit“, wie Ernest Ren­an einst sag­te.

Deutsch­land und Russ­land – die­se bei­den Län­der mit ihren Kul­tu­ren und ihrer Geschich­te sind zwei zen­tra­le Ori­en­tie­rungs­po­le für Russ­land­deut­sche. Vie­le Russ­land­deut­sche sind mehr­spra­chig, leben Bestand­tei­le bei­der Kul­tu­ren, haben Freun­de hier wie da. Und folg­lich wer­den Deutsch­land und Russ­land im Buch the­ma­ti­siert.
Und wie Russ­land­deut­sche also Hei­mat ver­ste­hen und wie sie ihre Iden­ti­tä­ten bil­den, kann nicht nur für ande­re Deut­sche, son­dern auch für ande­re, zuge­wan­der­te Grup­pen in die­ser Gesell­schaft von Bedeu­tung sein. Das mBook für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te soll eben kein wie­der­um aus­gren­zen­des Spe­zi­al­buch für nur eine Grup­pe sein, son­dern alle Ler­nen­den dazu anre­gen, ihre Prä­gun­gen, Hei­mat­de­fi­ni­tio­nen und Iden­ti­tä­ten zu befra­gen. Dabei kön­nen alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler einer Lern­grup­pe von russ­land­deut­scher Geschich­te pro­fi­tie­ren, denn Russ­land­deut­sche kön­nen Brü­cken in die deut­sche Gesell­schaft bau­en, weil sie ob eige­ner (fami­liä­rer) Erfah­run­gen sen­si­bel für die Her­aus­for­de­run­gen des Hin­zu­kom­mens und Neu­an­fan­gens sind. Das geht “Bülent oder Feresh­da, Yücel oder M´Boko“ genau­so etwas an wie Sabi­ne und Kol­ja. Dre­ger fragt: „Inwie­weit ist sowas für das The­ma ‚Russ­land­deut­sche Kul­tur’ rele­vant?“ Ich mei­ne, dass „sowas“ sogar sehr rele­vant ist, denn Kul­tu­ren reflek­tie­ren nun ein­mal Hei­mat­be­zie­hun­gen und Iden­ti­täts­bil­dun­gen. Und daher wider­spre­che ich auch ent­schie­den der Ver­mu­tung Dre­gers: „Wie es scheint, hier gehen die Auto­ren nicht davon aus, dass sie über die Deut­schen schrei­ben.“ Doch, genau das tun die Auto­ren!

Auto­ren­text aus dem Kapi­tel 2.1, “Was ist eigent­lich deutsch”

Über­haupt ist gera­de die Kul­tur in der ‚Kul­tur­ge­schich­te’ zu kurz aus­ge­fal­len.“, schreibt Dre­ger. Da ist etwas dran. Nur gibt es, wie oben dar­ge­legt, eben immer Aus­wahl­ent­schei­dun­gen: Ess­kul­tur (Kap. 3.4) und Klei­dung (Kap. 3.5), Hei­mat­ge­fühl (Kap. 3.6) und Lebens­ge­wohn­hei­ten in Dorf, Kir­che und Schu­le (Kap. 5.1, 7.2., 7.3) wer­den in Kapi­teln direkt ange­spro­chen. Damit fal­len man­che Aspek­te der Hoch­kul­tur kür­zer aus oder kom­men gar nicht vor, Lite­ra­tur und Musik etwa. Gleich­wohl gibt es im Book russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te auch Lite­ra­tur, bei­spiels­wei­se in Form von Gedich­ten. Der Schrift­stel­ler Johann War­ken­tin(19202012) etwa fin­det sich mit sei­nen Zei­len über die Jah­re der begin­nen­den Spät­aus­sied­lung im Kapi­tel 6.7. Ver­wie­sen sei auch auf die Gale­rie über das deut­sche Thea­ter in Kasach­stan (Kap. 6.5) oder die För­de­rung der Kul­tur in den deut­schen Ray­ons (Kap. 6.7).
Und es gibt eben auch immer wie­der Inhal­te, die sich mit Deut­schen beschäf­ti­gen, die nicht als Kolo­nis­ten nach Russ­land gin­gen, son­dern zum Bei­spiel als Wis­sen­schaft­ler. Ger­hard Fried­rich Mül­ler (17051783) etwa kam als For­schungs­rei­sen­der nach Russ­land, war an der Rus­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten tätig und gilt heu­te als einer der Begrün­der der Geschichts­schrei­bung über Sibi­ri­en (Kap. 4.4). Mül­ler starb 1783 in Mos­kau. Er war ein Deut­scher in Russ­land. Wer woll­te das bezwei­feln?
In einem Schul­buch las­sen sich Themen/Themenbereiche nur sel­ten erschöp­fend behan­deln. Immer gehen wir mit Aus­wahl­ent­schei­dun­gen und Bei­spie­len um. Schul­buch­au­to­ren bemü­hen sich, Anre­gun­gen zu geben und Inter­es­se zu wecken. Sie wol­len Ler­ner kom­pe­tent für eigens Nach­fra­gen und Wei­ter­le­sen machen. Man schla­ge ein belie­bi­ges Geschichts­schul­buch auf und sehe, was dort zum Bei­spiel über Refor­ma­ti­on, Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg oder Abso­lu­tis­mus steht. Auf den ers­ten Blick ist es wahr­schein­lich immer zu wenig und zu kurz. Einer­seits ist das auch immer unbe­frie­di­gend, ande­rer­seits geben Auto­ren mit modell­haf­tem Vor­füh­ren und der Gestal­tung eines roten Fadens auch die Mög­lich­keit zum eigen­stän­di­gen Wei­ter­fra­gen und Wei­ter­le­sen. Im mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te steht ein­deu­tig das Fach Geschich­te im Mit­tel­punkt, Infor­ma­tio­nen und Zugrif­fe ande­rer Fächer wer­den jedoch inte­griert, um fächer­ver­bin­den­des oder fach­über­schrei­ten­des Arbei­ten zu erleich­tern.
Wer aber stets nur quan­ti­ta­tiv denkt, mehr, und immer noch mehr und schließ­lich Tota­li­tät im Schul­buch erwar­tet, der macht einen Feh­ler, denn eine ‚voll­stän­di­ge’ Geschich­te als Abbild einer ver­meint­lich voll­stän­dig zugäng­li­chen Ver­gan­gen­heit gibt es eben nicht und kann es auch gar nicht geben.

Eini­ge Detail­hin­wei­se Dre­gers über even­tu­ell miss­ver­ständ­li­che For­mu­lie­run­gen haben wir auf­ge­nom­men, beim Ein­la­dungs­ma­ni­fest Kai­se­rin Katha­ri­nas etwa, auch im Kapi­tel über Beklei­dung. Dass kei­ner der Auto­ren aber auch nur auf den Gedan­ken gekom­men wäre, über den Russ­land­deut­schen „Hohn“ aus­zu­gie­ßen, weil sie in der Sta­lin­zeit gezwun­gen waren, ein­fa­che Arbeits­kluft (Wat­te­ja­cken und Stie­fel) zu tra­gen (Kap. 3.5), kann man schon dar­an erken­nen, wie aus­führ­lich das Leid der Russ­land­deut­schen in der Zeit der Sta­lin­dik­ta­tur und des Zwei­ten Welt­krie­ges geschil­dert wird (Kap. 6.2, 6.3, 6.4).

Bild aus der Gale­rie: “Russ­land­deut­sche Klei­dung im Ver­lauf der Zeit”

Über­dies haben wir mit dem Muse­um für russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te in Det­mold und Zeit­zeu­gen eng zusam­men­ge­ar­bei­tet. Die Gale­rie zur Klei­dung wur­de dabei nicht bemän­gelt, denn es ist dort ein­deu­tig gesagt, dass die Klei­dung der sog. Tru­darm­is­ten, die im Lager leben muss­ten, erzwun­gen und von Man­gel geprägt war. Bei zwei Bild­un­ter­schrif­ten haben wir die­sen Aspekt jetzt noch ein­mal deut­lich her­vor­ge­ho­ben.
Man­che Auf­re­gun­gen Dre­gers sind letzt­lich wenig nach­voll­zieh­bar. Selbst­ver­ständ­lich ist etwa der rus­sisch-deut­sche, also aus Russ­land stam­men­de und in deut­scher Spra­che schrei­ben­de Autor Wla­di­mir Kami­ner kein russ­land­deut­scher Autor. Das wird aber auch gar nicht behaup­tet. War­um er zitiert wird? Weil er sich mar­kant über Eigen­ar­ten von Grup­pen und Ste­reo­ty­pen äußert und dabei Russ­land und Deutsch­land immer im Blick hat. Weil er gut beob­ach­tet und spitz for­mu­liert. Dass ihn der eine oder ande­re Rus­se nicht mag, und der eine oder ande­re Deut­sche auch nicht, ver­wun­dert kaum. Wer aber nicht lachen kann, etwa über man­che ‘Gewohn­hei­ten’ des deut­schen Klein­gar­ten­we­sens, wer iro­ni­sche Dar­stel­lun­gen nicht nut­zen kann, um über sich und sein Leben nach­zu­den­ken, dem man­gelt es nicht nur an Sou­ve­rä­ni­tät, son­dern eben auch an Refle­xi­ons­be­reit­schaft – die aber ist, wie oben dar­ge­legt, ein wich­ti­ges Ziel des schu­li­schen und außer­schu­li­schen Umgangs mit Geschich­te über­haupt.

Dar­stel­lung aus dem Kapi­tel 2.1, “Was ist eigent­lich Deutsch?”

Man kann sich mit­un­ter des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass Dre­ger auch bewusst miss­ver­ste­hen will. Er argu­men­tiert auf einem gewis­sen Kon­fron­ta­ti­ons­ni­veau. So etwa, wenn er eine For­mu­lie­rung über den Win­ter in Russ­land im Zusam­men­hang mit dem Vor­marsch der Mon­go­len auf Now­go­rod im Jahr 1238 so inter­pre­tiert, als bemüh­te sich der Autor damit, das übli­che Win­ter-in-Russ­land-Kli­schee zu bedie­nen. Sol­che Her­an­ge­hens­wei­sen sind bedau­er­lich.
Ich lade dazu ein, kon­struk­tiv zu debat­tie­ren. Das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te basiert auf einem offe­nen tech­ni­schen Sys­tem. Inhal­te kön­nen also auch geän­dert wer­den. Wer Anre­gun­gen geben möch­te oder Feh­ler ent­deckt (kein Buch auf die­ser Welt ist frei davon), wer mit den Auto­ren dis­ku­tie­ren und etwas über Geschichts­di­dak­tik erfah­ren möch­te, wer auf das Kon­zept neu­gie­rig ist oder sich für jene Russ­land­deut­schen inter­es­siert, die uns in Inter­views Rede und Ant­wort gestan­den haben, der kann jeder­zeit Kon­takt mit uns auf­neh­men. Gemein­sam kann man vie­le Din­ge wei­ter­ent­wi­ckeln.

Kon­takt via Mail (info@institut-fuer-digitales-lernen.de) oder Face­book. 

Wer jedoch auf der Grund­la­ge eines über­kom­me­nen his­to­ri­schen Posi­ti­vis­mus’ eine rei­ne Recht­ha­be­rei pfle­gen will und Auto­ren kei­nen Respekt ent­ge­gen­brin­gen mag, wer Vor­wän­de für Erre­gung sucht, statt sich kon­struk­tiv und auf­ge­schlos­sen ein­zu­brin­gen, der wird dem (gemein­sa­men) Anlie­gen, näm­lich The­men der russ­land­deut­schen Geschich­te in Lern­si­tua­tio­nen zu inte­grie­ren, letzt­lich nicht gerecht wer­den.

Das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te — his­to­risch fun­diert, span­nend erzählt und mei­nungs­stark für den Unter­richt auf­be­rei­tet

Das mBook russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te — his­to­risch fun­diert, span­nend erzählt und mei­nungs­stark für den Unter­richt auf­be­rei­tet

Ab dem 9. März gibt es das mBook Russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te (mbook RD). Es ver­deut­licht in beson­de­rer Wei­se, dass wir uns mit Geschich­te beschäf­ti­gen, um Ori­en­tie­rung in der Gegen­wart und für die Zukunft zu gewin­nen. Und die Geschich­te der Russ­land­deut­schen ent­hält vie­le Ori­en­tie­rungs­an­läs­se, um über die Grund­fra­gen mensch­li­chen Lebens und Zusam­men­le­bens nach­zu­den­ken. Frie­den und Krieg, Frei­heit und Unter­drü­ckung, Kon­flikt und Aus­gleich, Seß­haf­tig­keit und Migra­ti­on, Dik­ta­tur- und Demo­kra­tie-Erfah­run­gen: all das sind The­men, die weit über die Geschich­te der Russ­land­deut­schen hin­aus­ge­hen und daher für alle Lern­er­grup­pen inter­es­sant sind.

War­um ein sol­ches Buch im Unter­richt nötig und sinn­voll ist

  • Das mBook RD ist für his­to­ri­sches Ler­nen inner­halb und außer­halb des schu­li­schen Unter­richts ent­wi­ckelt wor­den. Die Geschich­te der Russ­land­deut­schen kann in Grup­pen, die sich aus Ler­nen­den unter­schied­li­cher Abstam­mun­gen und viel­ge­stal­ti­ger kul­tu­rel­ler Hin­ter­grün­de und Prä­gun­gen zusam­men­set­zen, bei­spiel­haft genutzt wer­den, um die Grund­fra­gen der Geschich­te ori­en­tie­rend auf die Gestal­tung von Gegen­wart und Zukunft zu bezie­hen.
  • Das mBook RD wen­det sich der Geschich­te der Russ­land­deut­schen sowie dem Ver­hält­nis von Deut­schen und Rus­sen in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart inten­siv zu. Es erzählt eine fra­gen­ge­lei­te­te Geschich­te und ist damit mehr und ande­res als eine aus ihren Kon­tex­ten geris­se­ne und damit zumeist nur schwer in den Unter­richt zu inte­grie­ren­de Samm­lung von ‘Zusatz­in­for­ma­tio­nen’. Die Kapi­tel und The­men die­ses mBooks müs­sen also nicht mit einem erhöh­ten Vor­be­rei­tungs­auf­wand von Fach­leh­rern oder Muse­ums­päd­ago­gen zunächst anschluss­fä­hig, ana­ly­sier­bar und dis­ku­tier­bar gemacht wer­den.
  • Für fach­über­grei­fen­den oder fächer­ver­bin­den­den Unter­richt ist das mBook RD in beson­de­rer Wei­se geeig­net, weil es sozi­al-, poli­tik- und kul­tur­wis­sen­schaft­li­ches Wis­sen kon­tex­tua­li­sie­rend ein­be­zieht, um kul­tu­rel­le Prä­gun­gen zu erklä­ren, die Ent­ste­hung von Kli­schees und Vor­ur­tei­len zu ver­deut­li­chen, Hei­mat­ge­füh­le zu beschrei­ben oder gesetz­li­che Grund­la­gen unse­res Lan­des zu erklä­ren.
  • Aus Sicht des Fachs Geschich­te macht das mBook RD die Prin­zi­pi­en his­to­ri­schen Den­kens in exem­pla­ri­scher Wei­se trans­pa­rent. Bei­spiels­wei­se ist Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät sei­ne grund­le­gen­de Erzähl­wei­se: Es berich­tet eben nicht nur aus der Ver­gan­gen­heit der Russ­land­deut­schen, son­dern bet­tet deren Geschich­te in deut­sche und rus­si­sche Erzähl­per­spek­ti­ven ein. Die­se wer­den auch immer wie­der auf­ein­an­der bezo­gen. Damit wird Ler­nen­den das Wech­seln von Stand­punk­ten und zugleich das Erken­nen his­to­ri­scher Bezie­hun­gen erleich­tert (sie­he Kapi­tel 2).

Gale­rie: Ein­blick in das mBook Russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te.

  • Die Erfah­run­gen von Ler­nen­den aus russ­land­deut­schen Spät­aus­sied­ler­fa­mi­li­en wer­den mit­hil­fe des mBooks RD in den Unter­richts­the­men und Fächern der Schu­le ver­an­kert. Ihre sowie die Erfah­run­gen ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Vor­fah­ren bie­ten die her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit, nicht nur über­ein­an­der, son­dern mit­ein­an­der zu spre­chen — aber nicht als ‘Zusatz­auf­ga­be’, son­dern fach­lich begrün­det, cur­ri­cu­lar ver­an­kert und metho­disch gelei­tet.
  • Das mBook RD zielt auf den Geschichts­un­ter­richt der Sekun­dar­stu­fen, ist jedoch auch in ande­ren Lern­si­tua­tio­nen und an außer­schu­li­schen Lern­or­ten (etwa im Rah­men muse­ums­päd­ago­gi­scher Ange­bo­te von Bil­dungs­part­nern) ein­setz­bar.
  • Es ist lehr­plan­kom­pa­ti­bel, lässt sich also mit den The­men und Zugrif­fen des Kern­lehr­plans für das Fach Geschich­te in Nord­rhein-West­fa­len ver­bin­den — etwa bei der Behand­lung des Ers­ten Welt­kriegs, der Geschich­te der Sowjet­uni­on oder der Ver­ei­ni­gung der bei­den deut­schen Staa­ten im Jahr 1990. Gewalt-, Migra­ti­ons- oder Ver­trei­bungs­er­fah­run­gen las­sen sich anhand der russ­land­deut­schen Geschich­te nahe­zu ide­al­ty­pisch the­ma­ti­sie­ren — ohne Unter­richts­zeit für ‘die eigent­li­chen The­men’ zu ver­lie­ren. Und zugleich erge­ben sich dabei viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, etwa die Migra­ti­ons­er­fah­run­gen ande­rer Grup­pen ein­zu­be­zie­hen.
  • Das mBook RD eig­net sich in beson­de­rer Wei­se für Pro­jekt­un­ter­richts­pha­sen. Es bie­tet Anre­gun­gen zur Gestal­tung hand­lungs- und pro­dukt­ori­en­tier­ter Lern­se­quen­zen, in die Ler­nen­de eige­ne Fra­gen, Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se ein­brin­gen kön­nen und sol­len. Dabei las­sen sich die spe­zi­fi­schen media­len Anre­gun­gen gera­de die­ses mBooks (Video-Inter­views, Kari­ka­tu­ren, Audio­pro­duk­tio­nen, spie­le­ri­sche Ver­frem­dun­gen und Aneig­nun­gen) zur Gewin­nung eige­ner Posi­tio­nen nut­zen, die in selbst­ge­schaf­fe­nen Nar­ra­tio­nen ihren Aus­druck fin­den kön­nen. (Sie­he zu die­sen spe­zi­fi­schen media­len Ange­bo­ten des mBooks etwa Kapi­tel 2.5: mul­ti­per­spek­ti­vi­sches Kas­per­le­thea­ter.)
  • Das mBook RD trans­por­tiert Posi­tio­nen (der Auto­ren) und macht sie trans­pa­rent. Leh­ren­de wie Ler­nen­de kön­nen und sol­len die­se Posi­tio­nen erken­nen und sich zu ihnen stel­len — ihnen zustim­men, sie ableh­nen, Alter­na­ti­ven zu ihnen ent­wi­ckeln. Es för­dert damit eine begrün­dungs­be­zo­ge­ne Sprach­fä­hig­keit, regt zu Dis­kur­sen an und ist damit eine Ant­wort auf post­fak­ti­sches Mei­nen, Erre­gen und Ver­füh­ren. Das mBook RD kann damit im Unter­richt Teil einer didak­ti­schen Kon­zep­ti­on gegen Des­in­for­ma­ti­on und Extre­mis­mus sein: Der Irra­tio­na­li­tät wird die Mög­lich­keit zu indi­vi­du­el­lem Ver­nunft­ge­brauch und demo­kra­ti­scher Streit­kul­tur ent­ge­gen­ge­setzt. Bür­ger­li­che (Selbst-)Verantwortung ist in unse­rer frei­heit­li­chen, plu­ra­len und demo­kra­ti­schen Gesell­schaft ohne ver­nunft­ba­sier­te, distan­zie­rungs­fä­hi­ge und begründ­ba­re Posi­ti­ons- und Ent­schei­dungs­fin­dun­gen nicht mög­lich. Die­ses mBook möch­te einen Bei­trag dazu leis­ten, Ler­nen­den den Wert die­ser Bür­ger­tu­gen­den plau­si­bel zu machen und sie zu deren Nut­zung im eige­nen wie auch im Inter­es­se aller zu befä­hi­gen.

Russ­land­deut­sche Geschich­te und Kul­tur wur­de erst­mals in die­ser Form für Lehr- und Lern­pro­zes­se auf­be­rei­tet. Die zen­tra­len Prin­zi­pi­en der mBook-Kon­zep­ti­on konn­ten dabei erneut genutzt und ver­stärkt wer­den. Sie haben sich als fle­xi­ble Instru­men­te zur Umset­zung wech­seln­der inhalt­li­cher sowie didak­tisch-metho­di­scher Zugrif­fe erwie­sen.

Den „Träu­men sehr nahe“ gekom­men – mBook Bel­gi­en gewinnt digi­ta­len Son­der­preis ‘Schul­buch des Jah­res 2016’

Den „Träu­men sehr nahe“ gekom­men – mBook Bel­gi­en gewinnt digi­ta­len Son­der­preis ‘Schul­buch des Jah­res 2016

Am 18. März 2016 wur­de der für die Deutsch­spra­chi­ge Gemein­schaft in Bel­gi­en ent­wi­ckel­te mBook-Band „Das lan­ge 19. Jahr­hun­dert“ wäh­rend der Leip­zi­ger Buch­mes­se mit dem “Son­der­preis Schul­buch des Jah­res 2016” aus­ge­zeich­net. Die­ser wur­de in die­sem Jahr erst­ma­lig ver­ge­ben, um auf die zuneh­men­de Bedeu­tung des The­mas Digi­ta­li­sie­rung im Bil­dungs­we­sen hin­zu­wei­sen.

Das mBook — Schul­buch des Jah­res 2016

Prof. Dr. Eck­hardt Fuchs, der Direk­tor des Georg-Eckert-Insti­tuts für Inter­na­tio­na­le Schul­buch­for­schung, das den Preis in Koope­ra­ti­on mit der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung unter der Schirm­herr­schaft der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz ver­gibt, hob den „gro­ßen Nut­zen“ der aus­ge­zeich­ne­ten „Bil­dungs­me­di­en für das Leh­ren und Ler­nen in allen Lebens­be­rei­chen“ her­vor.

Prof. Pohl über das Ide­al­bild eines guten Schul­buchs

Die Jury unter Lei­tung von Prof. Karl Hein­rich Pohl wies mit Blick auf das digi­tal-mul­ti­me­dia­le Kon­zept des mBooks und des­sen Umset­zung dar­auf hin, dass „Grund­kri­te­ri­en“ his­to­ri­schen Den­kens wie „Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät, Kon­tro­ver­si­tät, ‚offe­nes Geschichts­bild’ und ‚Über­wäl­ti­gungs­ver­bot’“ im mBook nicht nur „minu­ti­ös beach­tet“, son­dern auch „glän­zend umge­setzt“ wur­den. Über­zeugt habe zudem, dass der Kom­pe­ten­zen­er­werb „ganz unauf­dring­lich“ ange­legt sei und dabei stets rück­ge­bun­den an das „umfang­rei­che und stets inter­es­san­te Mate­ri­al.“ Und zur fach­in­halt­li­chen Grund­la­ge des mBooks merk­te er an, es sei sehr über­zeu­gend, „in welch hohen Maße das Werk den gegen­wär­ti­gen Stand der For­schung wider­spie­gelt.“

Ein­gangs der Lau­da­tio auf das mBook hat­te Prof. Pohl sein Ide­al­bild eines wirk­lich guten Schul­buchs geschil­dert: Er träu­me, so Pohl, von einem Werk, „das er lie­ben könn­te, das zum Lesen und Arbei­ten reizt und doch ernst­haft und wis­sen­schafts­nah ist“, das „alle for­ma­len Kri­te­ri­en erfüllt“ und trotz­dem „ganz unein­ge­engt neue Ide­en gene­riert“, das „neue Tech­ni­ken nutzt, […] sich ihnen jedoch nicht unter­wirft, […] das Krea­ti­vi­tät för­dert und Spaß macht“. Und Pohl been­de­te sei­ne Schil­de­rung mit dem Bekennt­nis, das mBook kom­me sei­nen „Träu­men sehr nahe“.
Ins­ge­samt schla­ge die­ses digi­tal-mul­ti­me­dia­le Werk “eine Brü­cke zwi­schen dem klas­si­schen Schul­buch und der digi­ta­len Welt” und sei gera­de dafür in beson­de­rer Wei­se zu ehren.

Brü­cke zwi­schen dem klas­si­schen Schul­buch und der digi­ta­len Welt

Damit fin­det die jah­re­lan­ge kon­zen­trier­te und kon­zer­tier­te Arbeit des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen eine ver­dien­te Wür­di­gung – eine Arbeit, die sich dadurch aus­zeich­net, dass sie im Pro­zess der Buch­ge­stal­tung Inhal­te, didak­ti­sche Kon­zep­te, media­le Krea­tio­nen und tech­ni­sche Umset­zun­gen zusam­men­führt, statt die Schul­buch­ele­men­te schon im Erstel­lungs­vor­gang von­ein­an­der zu sepa­rie­ren und folg­lich eher addi­tiv zu behan­deln. Die Sum­me von Ein­zel­tei­len ergibt – wie Schul­buch­ana­ly­sen zei­gen – kein kohä­ren­tes Schul­buch, und inko­hä­ren­te Schul­bü­cher kön­nen den unter­richt­li­chen Denk­pro­zess auch nur begrenzt oder gar nicht vor­an­brin­gen.

Das mBook – Bei­spiel für eine digi­ta­le Inku­na­bel?

Das mBook ist das ers­te all­tags­taug­li­che, auf prak­ti­sche Unter­richts­be­dürf­nis­se und schu­li­sche Orga­ni­sa­ti­ons­her­aus­for­de­run­gen abge­stimm­te Werk, das in der Lage ist, einen digi­ta­len Mehr­wert zu erschlie­ßen. Kann sein, dass wir mit die­sem Buch eines jener sel­te­nen Mus­ter vor uns haben, die über län­ge­re Zeit in der Lage sind, stan­dard­set­zend zu wir­ken.

Das mBook – Bei­spiel für eine digi­ta­le Inku­na­bel?

Haus­mit­tei­lung: Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se 2016

Haus­mit­tei­lung: Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se 2016

Vom mBook schon gehört, aber noch nie gese­hen? Über den Muse­ums­füh­rer mGui­de schon gele­sen, aber noch kei­ne genaue Vor­stel­lung von Auf­bau und Wir­kungs­wei­se? Gera­de mit einem span­nen­den wis­sen­schaft­li­chen Pro­jekt begon­nen, aber kei­ne gute Idee, wie man Ergeb­nis­se im digi­ta­len Zeit­al­ter auf­be­rei­tet und wirk­sam ver­öf­fent­licht?

Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen ist in die­sem Jahr mit einem eige­nen Stand auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se ver­tre­ten. Sie haben also die Gele­gen­heit, über digi­tal-mul­ti­me­dia­le Lehr- und Lern­mit­tel, Muse­ums-Apps und digi­ta­le Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on mit uns zu spre­chen.

Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen ist von der Jury der Platt­form Neu­land 2.0 als eines von 15 Start­ups aus­ge­wählt wor­den, sich auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se als Teil der jun­gen und inno­va­ti­ven Digi­tal­sze­ne im Ver­lags- und Bil­dungs­be­reich zu prä­sen­tie­ren.

Wenn Sie also bes­se­ren, erfolg­rei­che­ren und ein­fa­cher vor­zu­be­rei­ten­den Unter­richt mit digi­ta­len Schul­bü­chern hal­ten wol­len, wenn Sie Ihr Museum/ Ihre Aus­stel­lun­gen end­lich öffent­lich sicht­bar machen wol­len, und wenn es Sie auch stört, dass Ihre wis­sen­schaft­li­che Arbeit nur eine gerin­ge öffent­li­che Wahr­neh­mung hat, dann las­sen Sie uns über Lösun­gen reden.

Besu­chen Sie uns am 18. und 19. März 2016 auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se in der Hal­le 5 und spre­chen Sie mit uns über Ihre Vor­stel­lun­gen digi­ta­ler Zukunft.