Immersion statt Emission – Corona-Krise als Katalysator für digitales Umdenken?

verfasst von Florian Sochatzy

Zuweilen scheint es, als könne nur eine Bedrohung des eigenen Lebens uns Menschen zu einer Veränderung unseres Verhaltens bewegen. Plötzlich werden Dinge möglich, die bis dato als unmöglich galten.

Nicht mehr fliegen? Mein Urlaub findet aber immer im Drunk-Elephant-Resort auf Bali statt!
Ein Konferenz in Virtual Reality? Ohne Hotelbar keine Konferenz!
Schule auch digital denken? Aber die Handschrift und der tolle Geruch von Büchern, und außerdem hat der Spitzer gesagt, dass…!

Derzeit passieren Dinge, die wir noch vor Kurzem nur während einer Zombie-Apokalypse für möglich gehalten hätten: Fußballspiele vor leeren Rängen (Cristiano Ronaldo muss dabei sogar mit imaginären Fans abklatschen), kein Aperitivo mehr in Italien, Ölpreis im Sinkflug, ausgefallene Messen.

Und jetzt machen Menschen das, was sie ja eigentlich ganz gut können. Sie sehen ein akutes Problem bzw. ein Bedürfnis und suchen Lösungen dafür.

Wie könnten wir unsere Produkte auch außerhalb einer klassischen Messe den Menschen zeigen?
Wie können wir uns treffen ohne zu fliegen?
Wie können Kinder lernen, auch wenn sie nicht in der Schule sind?

In dieser Situation werden unter anderem die Potenziale von Virtual Reality deutlich: Gemeinsam im Raum an kreativen Herausforderungen arbeiten. Erfahrungen machen, die in der “echten Welt” so kaum möglich sind. Werkzeuge benutzen, die es sonstwo gar nicht gibt.

Menschen werden nun notgedrungen vermehrt diese Erfahrungen machen. Hoffentlich werden die Erkenntnisse daraus nachhaltig wirksam. Also etwa die Erkenntnisse, dass nicht zwei Dutzend Solution-Architects um die Welt reisen müssen um ein semi-spannendes Thema so lange zu besprechen, bis am Ende niemand mehr weiß, worum es eigentlich ging.

Dass man nicht zwingend und immer in einem Klassenzimmer sitzen muss, um „echte“ Bildung zu bekommen und dass Kreativität und soziale Interaktion anders und auch gut in digitalen Sphären stattfinden können.

Möglicherweise geht damit ein Virus als berühmter Veränderungsmotivator in die Geschichtsbücher ein, frei nach dem Motto “Immersion statt Emission”.

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