Aus­gangs­punkt mBook Geschich­te NRW

Das mBook Geschich­te für Nord­rhein-West­fa­len wird seit 2014 zunächst im Rah­men eines Ent­wick­lungs- und For­schungs­pro­jekts mit der Medi­en­be­ra­tung NRW an etwa 40 Pro­jekt­schu­len ein­ge­setzt. Die­ses mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung des Lan­des NRW ent­wi­ckel­te mBook der ers­ten Gene­ra­ti­on ver­deut­lich­te, dass sich Digi­ta­li­sie­rung von Unter­richts­mit­teln nicht in der Dar­stel­lung des Ana­lo­gen mit digi­ta­len Mit­teln erschöp­fen kann (gedruck­te Schul­bü­cher als PDFs). Der­ar­ti­ge Digi­ta­li­sa­te ändern näm­lich an den gän­gi­gen Kon­ven­tio­nen des Unter­rich­tens, der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den am Lern­pro­zess Betei­lig­ten und der Schul­or­ga­ni­sa­ti­on als sol­cher nichts.

Mit Blick auf die Poten­tia­le digi­ta­ler Tech­nik kann und muss eine tat­säch­li­che Digi­ta­li­sie­rung des Ler­nens jedoch viel mehr sein: Sie führt zu grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen des Ver­ständ­nis­ses von Erkennt­nis­pro­zes­sen und wie sie zu orga­ni­sie­ren sind, weil digi­ta­le und mul­ti­me­dia­le Tech­ni­ken fach­me­tho­di­sche Arbeits­pro­zes­se ver­tie­fen und erwei­tern, weil sie bis­lang unmög­li­che oder unbe­kann­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten eröff­nen und – nicht zuletzt – weil sie vie­le der lan­ge bekann­ten, prak­tisch jedoch nie ange­mes­sen umge­setz­ten didak­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen auf­grei­fen und sie mit unter­richts­taug­li­chen Rea­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten ver­se­hen.

Zu die­sen Her­aus­for­de­run­gen zäh­len auch Diver­si­tät und Inklu­si­on. Inklu­si­ver Unter­richt für Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Her­künf­te, kul­tu­rel­len Prä­gun­gen und Anla­gen ist das zen­tra­le Para­dig­ma einer moder­nen Schul­ent­wick­lung. Es umfasst nicht nur den Anspruch, den gesell­schaft­li­chen Reich­tum an Fähig­kei­ten, Sicht­wei­sen und Inter­es­sen abzu­bil­den, son­dern möch­te die damit ver­bun­de­ne Diver­si­tät auch zur Grund­la­ge einer demo­kra­ti­schen und chan­cen­be­wuss­ten Schul- und Unter­richts­kul­tur machen. ‚Abwei­chun­gen’ wer­den dabei nicht vor allem als Pro­blem, son­dern als Gestal­tungs­auf­ga­be wahr­ge­nom­men. Auf der Grund­la­ge des ers­ten mBooks für den Geschichts­un­ter­richt, das inzwi­schen als geprüf­tes Lehr­mit­tel für den Unter­richt des Lan­des zuge­las­sen ist, hat das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen nun­mehr das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen ent­wi­ckelt.

Aus­gangs­la­gen und Ziel­set­zun­gen des mBook Gemein­sa­mes Ler­nen

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen hilft bei der Umset­zung von Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on, indem es Ler­nen­de und Leh­ren­de tech­nisch wie inhalt­lich-didak­tisch unter­stützt.

Gemein­sa­mes Ler­nen ist eine stän­di­ge Inklu­si­ons­auf­ga­be, ver­steht Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung in prag­ma­ti­scher Wen­dung und bezieht sich auf alle Ler­nen­den und Leh­ren­den. Dazu gehö­ren Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund aber auch Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit beson­de­ren För­der­be­dar­fen.

Dabei ori­en­tiert sich das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen mit Blick auf das geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Fächer­spek­trum an meh­re­ren Prin­zi­pi­en:

  • Kon­struk­ti­vis­mus zur Grund­la­ge machen: Schü­le­rin­nen und Schü­ler müs­sen die Gele­gen­heit haben, Informationen/Geschehnisse mit einem akti­ven Pro­zess der Bedeu­tungs­ver­lei­hung zu ver­bin­den, der tat­säch­li­che An-Eig­nung statt rei­ner Kon­ven­ti­ons­über­nah­me (Ein­pau­ken) ermög­licht.
  • von Lebens­re­le­vanz aus­ge­hen: Mate­ria­li­en sol­len Ler­nen­den die Gele­gen­heit zu einer eige­nen Sinn­ge­bung eröff­nen. Dazu gehört, dass die­se die Mög­lich­keit haben müs­sen, ihre Erfah­run­gen anders zu inter­pre­tie­ren als Eltern, Leh­rer oder Fach­ex­per­ten.
  • Stim­mun­gen und Gefüh­le ein­be­zie­hen: Vie­le The­men wer­den mit Vide­os, Ani­ma­tio­nen oder Audi­os umge­setzt, die neben Sach­in­for­ma­tio­nen auch gesell­schaft­li­che oder indi­vi­du­el­le Stim­mun­gen, inne­re Hal­tun­gen und Gefüh­le trans­por­tie­ren. Text­quel­len, zum Bei­spiel Lied­tex­te, wer­den in mög­li­che (ursprüng­li­che) Gesche­hens­kon­tex­te ver­setzt, etwa in Gesprächs- und Ver­samm­lungs­si­tua­tio­nen. Neben kogni­ti­ven wer­den damit auch emo­tio­na­le und ästhe­ti­sche Erkennt­nis­zu­gän­ge eröff­net.
  • Vor­stel­lungs­kraft för­dern: Men­schen den­ken ganz wesent­lich in Bil­dern. Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen regt daher immer wie­der dazu an, aus Tex­ten Bil­der zu kre­ieren, Tex­te gewis­ser­ma­ßen in ima­gi­nier­te, beweg­li­che Gesche­hens­sze­na­ri­en zu über­tra­gen.
  • Dif­fe­ren­zie­rung ermög­li­chen: Hete­ro­ge­ne Grup­pen mit ganz unter­schied­li­chen Prä­gun­gen zu gemein­sa­men Lern­grup­pen zu for­men bedeu­tet nicht zuletzt, dass zur Behand­lung des Fachs nöti­ge Unter­richts­ma­te­ri­al in meh­re­ren Dif­fe­ren­zie­run­gen anzu­bie­ten, dabei jedoch kei­ne simp­le Leicht-Schwer-Zuord­nung anzu­bie­ten, son­dern nach fach­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu unter­schei­den und Medi­en­gat­tun­gen (sub­sti­tu­ie­rend) auf­ein­an­der zu bezie­hen.

Ele­men­te für den inklu­si­ven Unter­richt (von links nach rechts): Unter­richts­käs­ten für den inklu­si­ven Unter­richt wer­den mit einem rot-wei­ßen Icon mar­kiert. Unter­schie­de in den Mate­ria­li­en wer­den nach Her­aus­for­de­rungs­dich­ten differenziert.¹ Hil­fe gibt es u.a. bei der Bear­bei­tung von Fra­gen und Auf­ga­ben. Alter­na­ti­ve Mate­ria­li­en kön­nen Vide­os, Audi­os oder Bil­der sein. Unter den Icons ist die Anzahl der genann­ten Ele­men­te im mBook Gemein­sa­mes Ler­nen auf­ge­führt.

Die Umset­zung die­ser Prin­zi­pi­en erfolgt auf tech­ni­scher Ebe­ne mit fol­gen­den neu ent­wi­ckel­ten Instru­men­ten:

  • Inklu­si­ons­werk­zeug: Um den Umgang sowohl mit jedem Medi­en- als auch mit jedem metho­disch-didak­ti­schen Ange­bot zu unter­stüt­zen, wird ein per­ma­nent ver­füg­ba­res und auf jedes Mate­ri­al abge­stimm­tes Hilfs­werk­zeug ange­bo­ten, an das Ler­nen­de ihre Fra­gen rich­ten kön­nen (Magic Tool Bar). Es ent­hält Mate­ri­al­dif­fe­ren­zie­run­gen, alter­na­ti­ve Medi­en und Auf­ga­ben­stel­lun­gen sowie metho­di­sche Hil­fen und erfüllt somit wesent­li­che Funk­tio­nen des Scaf­fol­ding.
  • Per­so­na­li­sie­rungs­werk­zeug: Digi­ta­le Tech­ni­ken erlau­ben varia­ble Dar­stel­lungs­wei­sen von Text und Bild zur Über­win­dung sinn­li­cher Rezep­ti­ons­bar­rie­ren. Glei­ches gilt für Sprach­bar­rie­ren, denen mit Hil­fe einer auto­ma­ti­schen Über­set­zungs­hil­fe begeg­net wird.
  • Unter­richts­käs­ten: Unter­rich­ten­de kön­nen auf umfas­sen­de Hil­fen für Unter­richts­pla­nung und -durch­füh­rung zurück­grei­fen: Inhal­te und Leh­rer­ma­te­ria­li­en (sowohl für den Stan­dard- als auch für den inklu­si­ven Unter­richt) sind eng mit­ein­an­der ver­zahnt. Für die Unter­richts­ge­stal­tung spielt zudem die in die Navi­ga­ti­on inte­grier­te Mate­ri­al­samm­lung für die Unter­richts­ge­stal­tung eine gro­ße Rol­le. Sie ent­hält zum Bei­spiel nach Kapi­teln geord­ne­te Über­sich­ten über Unter­richts­käs­ten (Leh­rer­ma­te­ria­li­en), Merk­käs­ten, Tafel­bil­der und Glossa­re.

Unter­richts­pla­nun­gen und Lern­pro­zes­se kön­nen und müs­sen im inklu­si­ven Unter­richt dif­fe­ren­ziert sein, und sie müs­sen auch alter­na­ti­ve Ziel­set­zun­gen ermög­li­chen, denn nicht immer arbei­ten alle am glei­chen Mate­ri­al, das in der glei­chen Wei­se daher­kommt, unter den glei­chen Fra­ge­stel­lung en mit dem glei­chen Ziel.

Inklu­si­on als The­ma des Fach­un­ter­richts

Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler sol­len gera­de auch im Geschichts­un­ter­richt erfah­ren, dass das Zusam­men­tref­fen von Men­schen unter­schied­li­cher Prä­gun­gen und Her­künf­te nicht die Aus­nah­me, son­dern die Rea­li­tät der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Mensch­heit ist.

Mit Blick auf Inklu­si­on ist die Beob­ach­tung wich­tig, dass das Leben von Men­schen in allen pri­va­ten und öffent­li­chen Berei­chen von der Zuge­hö­rig­keit oder Nicht­zu­ge­hö­rig­keit zu Grup­pen geprägt ist. Die­se bil­den sich, haben inne­re Wer­te sowie Funk­ti­ons­me­cha­nis­men. Grup­pen gestal­ten sich zudem auch immer wie­der um, lösen sich auf, ändern Zusam­men­set­zung und Ziel­set­zung. Die Betrach­tung von Grup­pen­phä­no­me­nen im Unter­richt kann daher das Ver­hält­nis von Inklu­si­on und Exklu­si­on als eine mensch­li­che Grund­er­fah­rung the­ma­tisch erfas­sen.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen ent­hält daher – über alle Epo­chen ver­teilt – 15 zusätz­li­che Kapi­tel, die ent­lang des Grup­pen­pa­ra­dig­mas die Span­nung zwi­schen Inklu­si­on und Exklu­si­on nar­ra­tiv beson­ders deut­lich zum Aus­druck brin­gen. Sie sind anhand eines spe­zi­fi­schen Icons schon in der Kapi­tel­na­vi­ga­ti­on zu erken­nen und zudem tech­nisch-medi­al für den inklu­si­ven Unter­richt opti­miert. Die Kapi­tel 13 und 14 grei­fen die Geschich­te eines Teils des Nahen Ostens nach dem Ers­ten Welt­krieg auf, um jenen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, die aus die­sen Gebie­ten nach Deutsch­land gekom­men sind, die Mög­lich­keit zur reflek­tier­ten Beschäf­ti­gung mit der ‚eige­nen’ Geschich­te zu geben – eine Mög­lich­keit, die ihnen in ihren Her­kunfts­län­dern infol­ge von Krie­gen und Dik­ta­tu­ren oft­mals nicht gege­ben war. Zugleich kön­nen und sol­len sich in die­sen Kapi­teln jedoch alle Ler­nen­den einer Grup­pe mit The­men aus­ein­an­der­set­zen, die immer wie­der eine gro­ße Rol­le in ihrem Unter­richt spie­len: hier anhand der Fra­ge nach Staats- und Nati­ons­bil­dung.

Fol­gen­de Prä­mis­sen tra­gen die inhalt­li­che Aus­rich­tung des mBooks Gemein­sa­mes Ler­nen:

  • Gemein­sa­mes Ler­nen kann und muss ein fach­li­ches The­ma wer­den, um zu ver­hin­dern, dass Inklu­si­on zu einem von Inhal­ten los­ge­lös­ten, ledig­lich pha­sen­wei­se ver­folg­ten ‚Pro­jekt’ wird.
  • Das Fach Geschich­te kann sozia­le Mecha­nis­men, die für das Ver­ständ­nis der gesell­schaft­li­chen Dimen­si­on des The­mas von gro­ßer Bedeu­tung sind, trans­pa­rent und ope­ra­tio­na­li­sier­bar machen. Ein sol­cher the­men­spe­zi­fi­scher Mecha­nis­mus ist der von Ein­schlie­ßung und Aus­schlie­ßung. Die Erfah­rung des Ein­schlie­ßens und Aus­schlie­ßens lässt sich mit Jörn Rüsen – eben­so wie etwa der Zusam­men­hang von Macht und Ohn­macht, Armut und Reich­tum oder Natur und Kul­tur – als “anthro­po­lo­gi­sche Span­nung” des Lebens ver­ste­hen, die prin­zi­pi­ell zu mensch­li­chen Gesell­schaf­ten gehört und einen gro­ßen Teil ihrer Dyna­mik aus­macht. Die­se Span­nun­gen sind sowohl kon­stan­ter Grund­pfei­ler mensch­li­chen Den­kens als auch Gestal­tungs­an­trieb zum Umgang mit Veränderungen.²
  • Gemein­sa­mes Ler­nen ist der Ver­such, eine Welt zu schaf­fen, in der vor­ur­teils­be­la­de­ne Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten ver­flüs­sigt wer­den kön­nen. Ler­nen­de müs­sen Inklu­si­ons- und Exklu­si­ons­phä­no­me­ne reflek­tie­ren kön­nen. Das ist ein wich­ti­ger Bestand­teil von Ori­en­tie­rungs­pro­zes­sen.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen möch­te einen Bei­trag dazu leis­ten, dass Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein selbst­be­stimm­tes Leben in einer offe­nen und demo­kra­ti­schen Gesell­schaft füh­ren und womög­lich lan­ge Ket­ten kom­mu­ni­ka­ti­ver Miss­ver­ständ­nis­se zwi­schen Men­schen unter­schied­li­cher Fähig­kei­ten und Prä­gun­gen, die nicht sel­ten in Rück­zug und Ableh­nung enden, ver­hin­dert oder zumin­dest ver­kürzt wer­den kön­nen.

Alter­na­ti­ve Zugän­ge und Erzäh­lun­gen

Für das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen wur­den alter­na­ti­ve media­le Zugän­ge zu bestimm­ten The­men gestal­tet, um eine aus­schließ­li­che Gebun­den­heit an Tex­te zu ver­mei­den. Zudem bie­tet es sehr vie­le Kapi­tel­nar­ra­tio­nen in zwei unter­schied­li­chen Aus­führ­lich­kei­ten an.

Die für inklu­si­ven Unter­richt opti­mier­ten, alter­na­ti­ven media­len Zugän­ge bestehen sowohl in Ani­ma­tio­nen als auch in gra­fi­schen Auf­ar­bei­tun­gen, bild­li­chen Dar­stel­lun­gen oder Geschichts­kar­ten. Ins­be­son­de­re die zusätz­li­chen Ani­ma­tio­nen grei­fen dabei zen­tra­le The­men des Kapi­tels mit per­so­na­li­sier­ten Nar­ra­tio­nen auf – oft­mals aus Sicht des Grup­pen­pa­ra­dig­mas.

Das mBook Gemein­sa­mes Ler­nen wei­tet mul­ti­per­spek­ti­vi­sche The­men­auf­be­rei­tun­gen und Nar­ra­ti­vie­rungs­mög­lich­kei­ten deut­lich aus. Das ist ins­be­son­de­re für Ler­nen­de mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund von gro­ßer Bedeu­tung. So kön­nen sich zum Bei­spiel Ler­nen­de aus dem syrisch-ira­ki­schen Raum (wahr­schein­lich erst­mals) auf kom­pe­tenz­ori­en­tier­ter Grund­la­ge mit der Geschich­te ihrer Her­kunfts­län­der befas­sen. Die Fra­ge von Staats- und Nati­ons­bil­dung wird für alle Ler­nen­den anhand meh­re­rer Bei­spie­le auf­ge­grif­fen.

Auf­ga­ben­stel­lun­gen sind mit einer Erläu­te­rung der Ope­ra­to­ren und sons­ti­gen Fra­ge­wör­ter ver­bun­den. Schü­le­rin­nen und Schü­ler kön­nen sich also jeder­zeit über das ange­mes­se­ne Vor­ge­hen bei einer bestimm­ten Auf­ga­ben­stel­lung ver­ge­wis­sern. Vie­le Auf­ga­ben­käs­ten ent­hal­ten zudem Lösungs­hin­wei­se oder Mus­ter­lö­sun­gen zu bestimm­ten Auf­ga­ben­stel­lun­gen.

Ein­be­zie­hung tech­nisch-gestal­te­ri­scher Hil­fen

Bei den tech­nisch-media­len Hil­fen (Magic Tool Bar und Per­so­na­li­sie­rungs-Tool) geht es nicht nur um die Ermög­li­chung von Teil­ha­be durch unter­stüt­zen­de Maß­nah­men, son­dern auch dar­um, einen von allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern gestal­te­ten, gleich­be­rech­tig­ten Raum der Ent­wick­lung zuzu­las­sen, in den sie ihre Stär­ken und Schwä­chen, ihre Sicht­wei­sen und Prä­gun­gen ein­brin­gen kön­nen.

Um das gemein­sa­me Ler­nen zu unter­stüt­zen, wer­den im mBook Gemein­sa­mes Ler­nen fol­gen­de tech­ni­sche, bar­rie­re­ab­sen­ken­de Unter­stüt­zun­gen ver­wen­det:

  • Zen­tra­le Tex­te des mBooks (Lehr­tex­te, Quel­len, Dar­stel­lun­gen) ste­hen als ein­ge­spro­che­ne Audi­os zur Ver­fü­gung.
  • Tex­te wer­den zu gro­ßen Tei­len in leich­ter Spra­che ange­bo­ten, dar­un­ter alle Dia­log- und Trans­pa­renz­tex­te sowie ein erheb­li­cher Tei­le der Auto­ren­dar­stel­lun­gen.
  • Schrift­grö­ßen und Sei­ten­hin­ter­grund­far­ben las­sen sich in drei Stu­fen vari­ie­ren. Dadurch ent­ste­hen unter­schied­li­che Hel­lig­kei­ten und Kon­tras­te.
  • Bei Schrift­dar­stel­lung kann zwi­schen einer Stan­dard­dar­stel­lung und einer Leg­asthe­nie­schrift gewech­selt wer­den.
  • Um die Teil­ha­be von Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit man­geln­den oder feh­len­den Deutsch­kennt­nis­sen zu erleich­tern, las­sen sich alle Tex­te zudem über ein Über­set­zungs­werk­zeug in ande­re Spra­chen über­tra­gen.

Infra­struk­tur zur Nut­zung des mBooks Gemein­sa­mes Ler­nen

Zu Beginn des Jah­res 2018 wer­den alle Lehr­kräf­te sowie Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Schul­for­men in Nord­rhein-West­fa­len die Mög­lich­keit bekom­men, das mBook für den gemein­sa­men Unter­richt über eine neue Dis­tri­bu­ti­ons­platt­form zu nut­zen.

¹ Her­aus­for­de­rungs­dich­ten wer­den im Leh­rer­ma­te­ri­al des mBooks erläu­tert. Sie­he dazu den Unter­richts­kas­ten “Wie macht man inklu­si­ven Unter­richt am Mate­ri­al? Was sind Her­aus­for­de­rungs­dich­ten?” (Hin­wei­se zum mBook).

² Jörn Rüsen, Huma­nism. Anthro­po­lo­gy – Axi­al Ages – Moder­nities, in: Oli­ver Kozla­rek, Jörn Rüsen und Ernst Wolff (Eds.), Sha­ping a Human World. Civi­li­za­ti­ons – Axi­al Times – Moder­nities – Huma­nisms, Bie­le­feld 2012, S. 55 – 79, bes. S. 65 f.