Der mGui­de für das Töp­fe­rei­mu­se­um Rae­ren — eine mul­ti­me­dia­le Rei­se in die Ver­gan­gen­heit

Der mGui­de für das Töp­fe­rei­mu­se­um Rae­ren — eine mul­ti­me­dia­le Rei­se in die Ver­gan­gen­heit

Die Rae­re­ner Fuhr­leu­te waren tage­lang unter­wegs, bis sie end­lich in Köln waren, denn die Stra­ßen waren schlecht und die Rei­se gefähr­lich. Bis in die gro­ßen Hafen­städ­te wur­de unser Rae­re­ner Stein­zeug von ihnen gebracht […]. Eine sol­che Rei­se war oft schwie­ri­ger als gedacht, denn Stra­ßen und Mee­re waren unbe­re­chen­bar.” - Eine Pas­sa­ge aus dem Ani­ma­ti­ons­film zum The­ma ‘Frü­he Glo­ba­li­sie­rung’ im neu­en mGui­de des Töp­fe­rei­mu­se­ums Rae­ren.

Waren­trans­port war in der Frü­hen Neu­zeit viel unbe­re­chen­ba­rer und gefähr­li­cher als heu­te. Er stell­te die erfah­rens­ten Händ­ler, Fuhr­leu­te und See­fah­rer tag­täg­lich vor neue, im Vor­feld kaum abzu­schät­zen­de Her­aus­for­de­run­gen.

Was die Fuhr­leu­te aus dem lim­bur­gi­schen Ort Rae­ren trans­por­tier­ten? Stein­zeug. Das Rae­re­ner Stein­zeug war im 16. und 17. Jahr­hun­dert sehr gefragt. Töp­fe, Krü­ge, Vasen oder ande­res Geschirr — nahe­zu für jeden Zweck hat­ten Rae­re­ner Töp­fer etwas im Ange­bot. Sie waren welt­weit für ihre hart gebrann­ten, was­ser­dich­ten und geschmacks­neu­tra­len Pro­duk­te bekannt. Vie­le Geschich­ten rank­ten und ran­ken sich bis heu­te um die Her­stel­lung der Gefä­ße und um den Trans­port des Stein­zeugs in alle Tei­le der damals bekann­ten Welt.

Das Töp­fe­rei­mu­se­um in Rae­ren hat es sich zur Auf­ga­be gemacht, das Rae­re­ner Stein­zeug zu sam­meln, zu bewah­ren, zu erfor­schen und Besu­chern zu prä­sen­tie­ren. Dazu gehö­ren auch die fas­zi­nie­ren­den Geschich­ten über eines der High-Tech-Pro­duk­te der Frü­hen Neu­zeit. Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen hat die Inhal­te des Muse­ums digi­tal auf­be­rei­tet und dafür den mGui­de ent­wi­ckelt — eine mul­ti­me­dia­le Muse­ums-App, die Muse­ums­ob­jek­te mit ihrem ver­gan­ge­nen oder gegen­wär­ti­gen Kon­text ver­bin­det.

Der klei­ne bel­gi­sche Ort Rae­ren liegt nahe der deut­schen Gren­ze, 10 km von Aachen ent­fernt und ist Teil der deutsch­spra­chi­gen Gemein­schaft Bel­gi­ens.

Das Töp­fe­rei­mu­se­um Rae­ren
Das Muse­um prä­sen­tiert einen Über­blick über die ein­drucks­vol­le Geschich­te des Rae­re­ner Stein­zeugs. Die Samm­lung ist in der Burg Rae­ren aus dem 14. Jahr­hun­dert unter­ge­bracht. Aus­ge­stellt wer­den u.a. Gefä­ße berühm­ter Rae­re­ner Töp­fer­meis­ter. Ohne die zwei­fel­los span­nen­den Geschich­ten hin­ter die­sen Gefä­ßen blei­ben die Objek­te für die meis­ten Besu­cher aber stumm und damit lang­wei­lig. Also haben wir uns ent­schie­den, den All­tag der Töp­fer­meis­ter, ihr Leben und Arbei­ten mit digi­ta­len Mit­teln wie­der zum Leben zu erwe­cken, um die Welt des Rae­re­ner Stein­zeugs heu­ti­gen Besu­chern nahe­zu­brin­gen.

Die Was­ser­burg beher­bergt das Töp­fe­rei­mu­se­um.

Über­all Töp­fe: In den Vitri­nen des Muse­ums wer­den die unter­schied­li­chen Pha­sen des Rae­re­ner Stein­zeugs dar­ge­stellt.

Ein Muse­um mit einer Kera­mik­aus­stel­lung? Lang­wei­lig. — Nicht unbe­dingt!
Der mGui­de zeigt dem Besu­cher die span­nen­den Sei­ten der Stein­zeug­pro­duk­ti­on, indem er die Objek­te u.a. mit den Schrit­ten ihrer Her­stel­lung sowie den Funk­ti­ons­er­war­tun­gen und Lebens­wei­sen der Händ­ler und Käu­fer ver­bin­det. Auf die­se Wei­se ent­steht ein tie­fe­rer, an vie­len Stel­len auch per­sön­li­che­rer Zugang zu den The­men: Wir las­sen bei­spiels­wei­se im mGui­de den berühm­ten Töp­fer­meis­ter Jan Emmens Men­ni­cken auf­tre­ten, der im 16. Jahr­hun­dert leb­te. In fik­ti­ven Ani­ma­ti­ons-Geschich­ten beglei­tet er die Besu­cher durch die App und ist gleich­zei­tig der Erzäh­ler quel­len­ba­sier­ter und gut recher­chier­ter Geschich­ten zu allen Aspek­ten des Rae­re­ner Stein­zeugs. Er führt den Besu­cher gewis­ser­ma­ßen zurück in die Ver­gan­gen­heit. Durch ihn wird die Geschich­te Rae­rens vor­stell­bar, viel­sei­tig erfahr­bar, eben wie­der ‘leben­dig’.

Rae­re­ner Stein­zeug — das sind kei­ne leb­lo­sen, alten Töp­fe und Schüs­seln. Sie erzäh­len uns heu­te von den For­men der Mas­sen­pro­duk­ti­on des 16. Jahr­hun­derts, von aben­teu­er­li­chen See­rei­sen um die gan­zen Welt oder den Wir­kun­gen der frü­hen Glo­ba­li­sie­rung. Sie erzäh­len von lan­gen Pil­ger­fahr­ten und wil­den Trink­ge­la­gen, von medi­zi­ni­scher Tech­nik und Lager­hal­tung auf Schif­fen, und sie geben uns einen Ein­blick in die ero­ti­schen Fan­ta­si­en der Men­schen der Frü­hen Neu­zeit. Rae­re­ner Krü­ge zei­gen uns die beein­dru­cken­de Bil­der­welt der Kon­fes­sio­na­li­sie­rungs­zeit — mit Comic­strips, Wap­pen und geheim­nissvol­len Sym­bo­len.

Erfolg­rei­ches Team­work mit der Ziel­grup­pe
Das App-Pro­jekt ent­stand in Zusam­men­ar­beit mit einer Schul­klas­se aus Eupen (Bel­gi­en). Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind eine der wich­tigs­ten Ziel­grup­pen der App und waren damit unse­re tat­kräf­ti­gen Mit­ent­wick­ler. In zwei mehr­tä­gi­gen Work­shops erstell­ten wir mit ihnen gemein­sam Inhal­te, die für jugend­li­che Besu­cher span­nend sind. Zu Beginn der Work­shops führ­ten wird des­halb in die Prin­zi­pi­en des Geschich­ten­er­zäh­lens ein. Danach erfan­den die Schü­ler eige­ne Geschich­ten, ent­wi­ckel­ten die Dra­ma­tur­gie für Vide­os und gestal­te­ten die dazu­ge­hö­ri­gen Sto­ry­boards.

Nut­zung der App im Muse­um
Die App kann kos­ten­los für die Smart­pho­ne-Betriebs­sys­te­me Andro­id und iOS her­un­ter­ge­la­den wer­den. Außer­dem ste­hen im Muse­um Leih­ge­rä­te zur Ver­fü­gung. Die App dient dabei sowohl der Beglei­tung des Muse­ums­be­suchs als auch der Vor- und Nach­be­rei­tung.

App-Mar­ke­ting: Tue Gutes und rede dar­über

Muse­en, die fas­zi­nie­ren­de Apps pro­du­zie­ren oder pro­du­zie­ren las­sen, soll­ten für deren Nut­zung wer­ben. Apps sind auf­wen­dig zu erstel­len, schon ihre Kon­zep­te sind sehr zeit- und kos­ten­in­ten­siv. Daher ist es unser Ziel, dass mög­lichst vie­le Besu­cher und Inter­es­sier­te auf die App auf­merk­sam wer­den und sie her­un­ter­la­den.
Zum Launch der App möch­ten wir vie­le Men­schen für den mGui­de des Töp­fe­rei­mu­se­ums Rae­ren und des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen begeis­tern. Die­ser Blog-Bei­trag ist somit Teil der Mar­ke­ting-Stra­te­gie. Auch auf ande­ren Platt­for­men wer­den Sie etwas über unse­ren mGui­de lesen, hören und sehen kön­nen.

Damit bleibt zum Abschluss nur noch unse­re Emp­feh­lung an Sie: Laden Sie unse­ren mGui­de her­un­ter, besu­chen Sie das Töp­fe­rei­mu­se­um Rae­ren, und bege­ben Sie sich auf eine Ent­de­ckungs­rei­se in die Ver­gan­gen­heit …

Der mGui­de
Töp­fe­rei­mu­se­um Rae­ren
Down­load: iOS
Down­load: Andro­id

WLAN in der Schu­le — Ein Erfah­rungs­be­richt mit Mera­ki

WLAN in der Schu­le — Ein Erfah­rungs­be­richt mit Mera­ki

Als eines der Haupt­pro­ble­me der digi­ta­len Schu­le wird immer wie­der die man­gel­haf­te WLAN-Infra­struk­tur ange­führt. Oft­mals heißt es dann, eine gesam­te Schu­le sei so ohne wei­te­res nicht mit WLAN aus­zu­stat­ten. Des Wei­te­ren wird nur all­zu häu­fig auf das Miss­brauchs­po­ten­ti­al eines Schul­netz­werks durch die Schü­ler selbst hin­ge­wie­sen. Seit das mBook Geschich­te als digi­ta­les Schul­buch zu erwer­ben ist, set­zen wir uns noch häu­fi­ger mit dem The­ma aus­ein­an­der.
Des­halb wol­len wir auf die­se bei­den Punk­te im fol­gen­den Erfah­rungs­be­richt aus der Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal in Erlan­gen ein­ge­hen. Der Fokus wird dabei vor allem auf die tech­ni­schen Pro­ble­me und Lösun­gen gelegt. Zum Ein­satz von digi­ta­len Medi­en und Tablets an der Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal hat Flo­ri­an Sochat­zy schon einen Beitrag[1ver­öf­fent­licht.

WLAN Emp­fang in der gan­zen Schu­le

Die meis­ten Schu­len sind gro­ße Gebäu­de mit meh­re­ren Stock­wer­ken, unzäh­li­gen Wän­den, unter­teilt in Klas­sen­räu­me. Die Ver­sor­gung einer gesam­ten Schu­le mit WLAN erfor­dert daher genaue Pla­nung und ent­spre­chen­de Hard­ware.
In der Real­schu­le am Euro­pa­ka­nal in Erlan­gen hat man sich für eine Hard­ware­lö­sung der Fir­ma Cis­co Mera­ki[2] ent­schie­den.

Das Mera­ki Webi­nar

Jeden Don­ners­tag fin­det um 10 Uhr ein kos­ten­lo­ses Webi­nar von Meraki[3statt. Die­se auf Deutsch gehal­te­ne Ver­an­stal­tung bie­tet einen schnel­len Über­blick über die Funk­tio­nen und Mög­lich­kei­ten des Sys­tems. Zusätz­lich ver­schenkt Mera­ki an jeden Teil­neh­mer einen sei­ner Access Points, den MR18. Ich habe an die­sem Webi­nar teil­ge­nom­men und will hier kurz mei­ne Ein­drü­cke von Mera­ki und des­sen Mög­lich­kei­ten für Muse­en und Schu­len dar­le­gen.

Was bie­tet Mera­ki?

Mera­ki bie­tet ein Kom­plett­sys­tem aus Hard­ware und Soft­ware für Auf­bau und Ver­wal­tung kom­ple­xer Netz­wer­ke. Der Fokus liegt hier­bei vor allem auf einer mög­lichst ein­fa­chen Hand­ha­bung. So lässt sich ein ein­mal ein­ge­rich­te­tes Netz­werk bequem von einer Web-Ober­flä­che, dem Dash­board, bedie­nen und war­ten.

Mera­ki bie­tet drei Kate­go­ri­en von Pro­duk­ten an, aus denen sich das Netz­werk zusam­men­setzt:
- Lay­er-3-Swit­ches: Schnitt­stel­le zwi­schen den ein­zel­nen Gerä­ten des Netz­werks (swit­ching) und dem Inter­net (rou­ting);
- Fire­walls: zen­tra­le Fire­wall (inklu­si­ve eige­ner Hard­ware, nicht zu ver­wech­seln mit Soft­ware-Fire­walls für den eige­nen PC) über die alle Sicher­heits­ein­stel­lun­gen lau­fen;
- Access Points: WLAN-Access-Points, über die das WLAN vor Ort ver­teilt wird.
Auf der Soft­ware-Ebe­ne sieht man als Nut­zer nur das Dash­board, eine glo­bal erreich­ba­re Web­ober­flä­che zum Steu­ern der Gerä­te.

Dash­board

Über die Web­ober­flä­che las­sen sich die bestell­ten Gerä­te schon vor der Lie­fe­rung ein­rich­ten und das gesam­te Netz­werk kon­fi­gu­rie­ren. So vor­be­rei­tet, muss man die ein­zel­nen Gerä­te nur noch auf­bau­en. Sobald sich die Gerä­te zum ers­ten Mal mit dem Inter­net ver­bin­den, wer­den die Kon­fi­gu­ra­tio­nen auto­ma­tisch von Mera­ki her­un­ter­ge­la­den und das Netz­werk ist betriebs­be­reit.

Nach der Erst­ein­rich­tung fun­giert das Dash­board als zen­tra­le Schnitt­stel­le zwi­schen dem Admi­nis­tra­tor und der Hard­ware. Neben der Kon­fi­gu­ra­ti­on aller Gerä­te kann man hier auch mit Hil­fe diver­ser Dia­gno­se-Tools das Netz­werk über­wa­chen und Feh­ler­quel­len fin­den. So lässt sich zum Bei­spiel ein Kabel­test durch­füh­ren, der Dia­gno­se­pa­ke­te durch alle Ports des Gerä­tes sen­det und danach mög­li­che Pro­ble­me auf­lis­tet.
Gera­de für Ein­rich­tun­gen mit meh­re­ren Stand­punk­ten eröff­net sich hier unter ande­rem die Mög­lich­keit einer zen­tra­len Ver­wal­tung der IT, was sowohl Zeit als auch Kos­ten spa­ren kann.

Swit­ches

Mera­ki Switch; Foto: Tobi­as Arendt

Da die Swit­ches vor allem auf tech­ni­scher Ebe­ne wich­tig sind, um gro­ße Daten­men­gen in einem loka­len Netz­werk zu ver­wal­ten und die­ses Netz­werk mit dem Inter­net zu ver­bin­den, will ich mich hier nicht zu lan­ge mit ihnen auf­hal­ten.
Der Lay­er-3-Switch von Mera­ki ist dafür zustän­dig, Daten, die im Netz­werk selbst ver­sen­det wer­den und Daten, die vom Netz­werk aus ins Inter­net gelan­gen zu orga­ni­sie­ren. Der Switch arbei­tet dabei sowohl auf Soft­ware- als auch auf Hard­ware-Ebe­ne an einer best­mög­li­chen Auf­tei­lung der ein­zel­nen Ports und Daten­pa­ke­te. Vie­le der Funk­tio­nen des Swit­ches, vor allem das Prio­ri­sie­ren bestimm­ter Daten oder Diens­te, kann jedoch auch auf Soft­ware-Ebe­ne vom Acce­s­point aus gere­gelt wer­den. Ent­spre­chend wird ein sol­cher Lay­er-3-Switch vor allem in gro­ßen Netz­wer­ken benö­tigt und kann bei klei­nen Pro­jek­ten ver­nach­läs­sigt wer­den.

Access-Points

Mera­ki MR18; Foto von meraki.com

Der wohl wich­tigs­te Teil der Infra­struk­tur sind die Access-Points (APs). Die­se lie­fert Mera­ki in ver­schie­de­nen Grö­ßen für den Innen- oder Außen­be­trieb. Ein Muse­um oder eine Schu­le mit meh­re­ren Gebäu­den und einem Außen­be­reich kann so die gesam­te Grund­flä­che mit WLAN ver­sor­gen. Die Access-Points sind soli­de ver­ar­bei­tet und — wie bei allen Pro­duk­ten von Mera­ki — alle benö­tig­ten Kom­po­nen­ten sind für den sofor­ti­gen Anschluss vor­han­den, inklu­si­ve Schrau­ben und Dübeln für die Wand-Mon­ta­ge. Optisch sind die aus wei­ßem Kunst­stoff bestehen­den Access-Points unauf­fäl­lig. An der Unter­sei­te befin­den sich ein­zel­ne LEDs für die Sta­tus­über­prü­fung. Die leis­tungs­star­ken Anten­nen sind inte­griert und nach Aus­kunft des Mera­ki-Webi­nars kann ein Access-Point bis zu 64 Cli­ents ver­wal­ten. Für eine Schu­le mit durch­schnitt­li­cher Klas­sen­grö­ße reicht also im Zwei­fels­fall ein AP für zwei neben­ein­an­der lie­gen­de Klas­sen­räu­me. In einem Muse­um mit höhe­rem Besu­cher­auf­kom­men kön­nen jedoch auch meh­re­re APs pro Raum ver­wen­det wer­den, die Mera­ki-Soft­ware ver­teilt die Arbeits­last dabei dyna­misch auf die ein­zel­nen Gerä­te.

Traf­fic Sha­ping

Jeder Access-Point ver­fügt über eine Lay­er-7-Traf­fic-Sha­ping-Lösung. Das bedeu­tet, dass jede Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Inter­net auto­ma­tisch ana­ly­siert und kate­go­ri­siert wird. Der AP erkennt also, ob gera­de Sky­pe zum Tele­fo­nie­ren, der Web-Brow­ser für Face­book oder Out­look zum Abru­fen von Emails genutzt wird. Auf Basis der Kate­go­ri­sie­rung und vor­her fest­ge­leg­ter Regeln wird dann die Netz­werk-Aus­las­tung ver­wal­tet. Der AP über­mit­telt den Sky­pe-Anruf also bei­spiels­wei­se mit der höchs­ten Prio­ri­tät und maxi­ma­ler Geschwin­dig­keit, Face­book wird leicht gedros­selt, lädt aber trotz­dem noch flüs­sig, und Out­look ruft im Hin­ter­grund mit stark ver­rin­ger­ter Geschwin­dig­keit die Emails ab.
Die­se Regeln las­sen sich über das Dash­board glo­bal ver­wal­ten, kön­nen jedoch auch für jeden AP spe­zi­ell kon­fi­gu­riert wer­den. Dadurch ist es zum Bei­spiel mög­lich, Sky­pe im gesam­ten Haus zu blo­ckie­ren, jedoch im Kon­fe­renz­raum mit höchs­ter Prio­ri­tät zuzu­las­sen. Muse­en kön­nen dies bei­spiels­wei­se dazu nut­zen, in ein­zel­nen Sta­ti­ons­tex­ten auf (YouTube-)Videos hin­zu­wei­sen. Der die­sen Raum bedie­nen­de AP wird dar­auf­hin so kon­fi­gu­riert, dass (YouTube-)Videos mit erhöh­ter Prio­ri­tät abge­spielt wer­den. In allen ande­ren Räu­men des Muse­ums hin­ge­gen wer­den (YouTube-)Videos blo­ckiert, um die Band­brei­te zu scho­nen.

Dros­seln statt blo­cken

Zwar ist das kate­go­ri­sche Blo­cken von Inhal­ten eine durch­aus prak­ti­sche Funk­ti­on, die vor allem in Muse­en oder ande­ren Ein­rich­tun­gen mit wech­seln­den Benut­zern sinn­voll ist, in einer Schu­le, in der das WLAN täg­lich von den glei­chen Per­so­nen genutzt wird, bie­tet sich jedoch ein ande­rer Ansatz an.
Die Real­schu­le in Erlan­gen hat die Erfah­rung gemacht, dass das Blo­ckie­ren von Inhal­ten dazu anregt, die­se Blo­cka­den zu über­win­den. Bestimm­te Diens­te oder Pro­gram­me, wie zum Bei­spiel ein pri­va­ter Mine­craft PE[4] Ser­ver wer­den in der Band­brei­ten­zu­wei­sung ein­fach soweit limi­tiert, dass das Spie­len sei­nen Reiz ver­liert.

Im Bild sieht man eine ein­fa­che Rege­lung zum Traf­fic-Sha­ping: Das öffent­li­che Netz­werk hat ins­ge­samt 250kb/s Traf­fic zur Ver­fü­gung, jeder Nut­zer maxi­mal 100kb/s.
Zusätz­lich wird der Traf­fic für Mail-Pro­gram­me (wie Out­look etc.) auf 50kb/s begrenzt, der Datei-Up/Down­load von Drop­box hin­ge­gen darf die vol­len 100kb/s aus­las­ten.

Speed­Burst ist eine von Mera­ki ver­wen­de­te Tech­no­lo­gie, die es ein­zel­nen Nut­zern erlaubt, bei Down­loads die maxi­mal fest­ge­leg­te Geschwin­dig­keit kurz­zei­tig zu über­schrei­ten, soll­ten Netz­werk­res­sour­cen frei sein. Dadurch wird das Netz­werk für den Nut­zer fühl­bar schnel­ler, die Aus­las­tung ver­schiebt sich jedoch nicht zu Guns­ten eines ein­zel­nen Nut­zers.

Man­che Netz­wer­ke erfor­dern jedoch ein kon­kre­tes Blo­ckie­ren ein­zel­ner Diens­te, hier­für bie­tet Mera­ki schon vor­de­fi­nier­te Kate­go­ri­en. Man kann jedoch auch eigen­stän­dig ein­zel­ne Sei­ten oder gan­ze Berei­che sper­ren.

Mul­ti­ple SSIDs

Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist die Mög­lich­keit der APs, bis zu 15 SSIDs zu broad­cas­ten. Eine SSID ist dabei der sicht­ba­re Name des WLANs, über den die Benut­zer die­ses fin­den. (z.B. Fritz Box-XXXX oder Tele­kom-XXX wie man es aus sei­nem pri­va­ten Netz­werk kennt) Ver­schie­de­ne SSIDs bedeu­ten hier jedoch auch unter­schied­li­che Netz­wer­ke, mit unter­schied­li­chen Zugriffs­be­rech­ti­gun­gen und unter­schied­li­chen Regeln und Fil­tern.

Es ist also mög­lich, ein Netz­werk mit dem Namen Schule­XY-Intern zu erstel­len, mit dem sich nur bestimm­te Gerä­te ver­bin­den dür­fen. Die­se Rege­lung wird durch einen MAC-Fil­ter[5] rea­li­siert, alle zuge­las­se­nen Gerä­te haben unein­ge­schränk­ten Zugriff auf das Inter­net und eine höhe­re Prio­ri­tät im Netz­werk. Dadurch wird gere­gelt, dass bestimm­te Gerä­te, zum Bei­spiel die der Leh­rer, immer mit maxi­ma­ler Geschwin­dig­keit arbei­ten kön­nen, egal wie aus­ge­las­tet das Netz ansons­ten ist.
Zusätz­lich könn­te man ein Schule­XY-Schue­ler Netz­werk anle­gen, um die Han­dys oder Tablets der Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit dem Inter­net zu ver­bin­den. In die­ser Form wäre das Inter­net gefil­tert erreich­bar, um dem Jugend­schutz und ande­ren Vor­schrif­ten zu ent­spre­chen.
Ein drit­tes Netz­werk mit dem Namen Schule­XY-Gast könn­te mit einem Pass­wort gesi­chert wer­den, das Besu­cher der Schu­le erhal­ten kön­nen. In die­sem Netz­werk kann der Daten­strom stark gefil­tert und die Geschwin­dig­keit dyna­misch gedros­selt wer­den, um den Schul­ab­lauf nicht zu unter­bre­chen.
Eine wei­te­re Funk­ti­on wird für Schu­len eher unin­ter­es­sant sein, kann sich jedoch für Muse­en als durch­aus posi­tiv dar­stel­len: Das Muse­um könn­te ein zusätz­li­ches Netz­werk erstel­len, das für Pas­san­ten frei zugäng­lich ist, sobald sie sich mit ihren Face­book-Zugangs­da­ten anmel­den. Mera­ki unter­stützt die­se Funk­ti­on von sich aus, das Muse­um pro­fi­tiert dabei zusätz­lich von den Infor­ma­tio­nen, die sich aus den Face­book-Pro­fi­len der Nut­zer erge­ben. In die­sem öffent­li­chen Netz­werk könn­te der Zugriff auf das Inter­net blo­ckiert und ledig­lich das Infor­ma­ti­ons­por­tal des Muse­ums auf­ruf­bar sein. Nut­zer könn­ten auf die­se Wei­se mit dem Muse­um inter­agie­ren und Inhal­te mit erhöh­ter Daten­men­ge kon­su­mie­ren, ohne ihr per­sön­li­ches Daten­vo­lu­men zu belas­ten.

Data Visua­li­za­ti­on

Wie umfang­reich das Dash­board ist, wird vor allem an der Visua­li­sie­rung der Daten deut­lich. Neben den Dia­gno­se-Tools befin­den sich hier auch jede Men­ge Sta­tis­ti­ken und auf­be­rei­te­te Daten über die Nut­zung des WLANs. Dabei kann einer­seits auf der Gerä­te­e­be­ne die Inten­si­tät der Aus­las­tung fest­ge­stellt wer­den, ande­rer­seits las­sen sich soge­nann­te Heat-Maps erstel­len. (Man kennt die­se inzwi­schen aus Spiel­ana­ly­sen im Fuß­ball.) Anhand derer wird erkenn­bar, an wel­chen Stel­len beson­ders vie­le Per­so­nen das Netz­werk nut­zen. Gera­de Schu­len oder Muse­en damit sehr schnell, wo das Netz­werk noch ver­stärkt wer­den muss.

Fazit

Mera­ki ist für den Auf­bau eines Schul- oder Muse­ums­netz­wer­kes eine gute Opti­on, weil es die spe­zi­fi­schen Inter­es­sen die­ser Nut­zer­grup­pe abdeckt. Hin­zu kom­men etli­che sinn­vol­le Ein­zel­funk­tio­nen, eine ein­fa­che Bedien­bar­keit und der gute Kun­den­ser­vice.


[1] https://institut-fuer-digitales-lernen.de/digitales-lernen-mit-schulen-statt-ueber-schulen-sprechen/

[2] https://meraki.cisco.com/

[3] https://meraki.cisco.com/webinars/signup/1568/einfauhrung-ins-cloud-networking-deutsch/

[4] http://minecraft-de.gamepedia.com/Pocket_Edition

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/MAC-Filter