Kräfte bündeln und digitale Bildung gemeinsam voranbringen

Die Realschule am Europakanal und das Institut für digitales Lernen schließen Kooperation für die Implementierung von digitalen Unterrichtsmaterialien

von Kai Wörner, Benjamin Heinz und Marcus Ventzke

Die zentrale Frage der digitalen Bildung

Wie soll unabhängig von System- und Finanzierungsproblemen hochwertiger Unterricht in unseren Schulen aussehen, wenn wir die fortschreitende Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit auffassen, unsere Jugendlichen für die Zukunft vorzubereiten?
So war es kein Zufall, dass sich die Macher des mBooks vom Institut für digitales Lernen und die Realschule am Europakanal in Erlangen irgendwann begegnen mussten. Wir beide machen uns schon seit einiger Zeit Gedanken darüber, wie man die Frage nach einem guten, digitalen Unterricht sinnvoll beantworten kann, wie Praktiker und digitale Lernmittelproduzenten gemeinsam einen unterrichtlichen Mehrwert erschaffen können.

Schon jetzt lässt sich feststellen: Die Ergebnisse bei Abschlussprüfungen sind in den letzten Jahren nicht ‘digital dement’ ausgefallen, wie manche Skeptiker öffentlich vermuten. Fakt ist aber auch: Guter digitaler Unterricht ist keine unüberlegte Welle medialer Reizüberflutung, sondern er setzt Medien und digitale Endgeräte bewusst ein, um Inhalte zu visualisieren, zu erklären und zu beurteilen. Eine funktionierende technische Infrastruktur ist kein Bildungsziel: Sie soll helfen, die Arbeit mit und an den Unterrichtsthemen besser zu machen. Ziel ist es dabei, die Motivation bei allen Beteiligten zu steigern und die Unterrichtsinhalte aktueller, relevanter und methodisch wirksamer aufzubereiten.

Referendarinnen und Referendare werden im Erlanger Studienseminar gezielt auf die digitale Bildungsrevolution vorbereitet. Hierbei stellt sich immer wieder auch die Frage nach dem digitalen Content, denn Unterrichtsmaterialien aus traditionellen Bildungsverlagen lieferten in den zurückliegenden Jahren nur wenige Inhalte, die den Mehrwert digitaler Arbeitsweisen für den Unterricht nicht nur behaupten, sondern auch realisieren. Hier ergab sich durch das mBook eine neue Perspektive. Das wurde schon bei einer ersten Hospitation von Mitarbeitern des Instituts für digitales Lernen im Mai 2015 an der Realschule am Europakanal deutlich.

Seit August 2016 steht das mBook allen interessierten Nutzern in der Schulpraxis auf der Seite www.mbook.schule zur Verfügung und ist damit auch in bayerischen Schulen, wie der Realschule am Europakanal, angekommen.
Schon jetzt zeigt sich: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten intuitiv mit dem digitalen Buch. Struktur und Handling des mBooks sind niedrigschwellig und gut erkennbar. Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten fachlich fundierte, medial umgesetzte, didaktisch begründete und unterrichtsplanerisch zu nutzende Inhalte.

Unsere Kooperation will aber noch mehr. Auf der Grundlage des konkreten mBook-Einsatzes und seiner Reflexion denken wir weiter:
Wir wollen, auch mit Blick auf den Digitalpakt zwischen Bund und Ländern, die enge Zusammenarbeit von Lehr- und Lernmittelentwicklung, gezielter Technikausstattung und Schulentwicklungsarbeit zu einem weit ausstrahlenden Modell entwickeln, an dem sich beispielhaft Wege zur Realisierung der Schule der Zukunft aufzeigen lassen.

Wichtig ist uns dabei,

  • alle Beteiligten gleichberechtigt einzubeziehen,
  • den Gestaltungswillen und Verantwortungsbereitschaft der Akteure zu stärken sowie
  • den konkreten Nutzen aller Entscheidungen offen und ungeschminkt zu thematisieren
  • Das Ziel ist die Gestaltung kommunikationsstarker ‘Innovationskomplexe’ im Bildungswesen, von denen Veränderungen ausgehen, weil
  • sie vertrauensvoll und eng vernetzt agieren,
  • gangbare, konkret nachvollziehbare Wege gestalten
  • und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten zu teilen bereit sind.

Ein Anfang ist gemacht. Begleiten Sie uns kritisch auf unserem Weg die “digitale Bildungsreform” zu gestalten, bevor sie uns “überrollt”. Treten Sie mit uns in Kontakt und werden sie zu Gestaltern der Digitalisierung — einer Digitalisierung die echten Mehrwert hinsichtlich Kollaboration, Kommunikation, Kreativität und kritischem Denken hervorbringt. Denn eines ist sicher: Diese Herausforderung ist kein Trend. Sie ist ein Faktum.

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